Arcandor Vol.2: Background

Das Problem um Arcandor geht weiter, in meinem vorherigen Beitrag beschrieb ich das Vorgehen bei einem Insolvenzantrag, nun möchte ich den Hintergrund der Arcandor-Krise erklären – denn, wer blickt da noch durch?

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Middelhoff behauptet schließlich keine Managementfehler begangen zu haben, die Finanzkrise sei schuld, da ist die Bundesregierung aber anderer Meinung.

Man (der Arcandorvorstand) kommt auf die größten Ideen, wenn das Geld knapp wird. Ganz im Sinne des Kapitalismus hatte man vor, die Kosten zu reduzieren und der schnellste Weg war es, die Warenhäuser einfach zu verkaufen. Der Trick dabei war, die Warenhäuser nicht an irgenjemanden zu verkaufen. Nein – man gründete einfach einen neuen Konzern, Middelhoff bekam um die 20 Prozent Anteil, und unter der Hand lief der Verkauf ab, die Öffentlichkeit sollte schließlich nicht in zu große Aufregung versetzt werden, sonst würde sich das auf dem Geschäft auswirken.
Nun hatte Middelhoff den neugegründeten Konzern und dazu noch die Immobilien der Warenhäuser.

Schwups wurden die Häuser an Arcandor vermietet und zwar mit einer unsittlich hohen Miete. Man stelle sich nur vor, Karstadt muss im Durchschnitt 23 Prozent des Umsatzes (ja des Umsatzes, nicht des Gewinns!) für ihre Miete ausgeben. Wenn man sich das vor die Augen hält, dann erscheint es mir schon als krank, noch Staatshilfen zu verlangen, der Vorstand von Arcandor hat hier in jeder Hinsicht versagt.

Nun geht es unserem Middelhoff natürlich wunderbar, denn für den neu gegründeten Konzern braucht man nicht viel auszugeben. Ein Büro im Keller und ein paar Arbeiter und schon fließt das Geld, mehr braucht man nicht, um die Miete einzutreiben.

Dennoch sollte nichte vergessen werden, dass allein Karstadt um die 40.000 Menschen beschäftigt und daher sollte man nicht zu schnell alle Hilfe verweigern.

(Mark)