BAE Systems: Gröβter Waffenhersteller der Welt kommt nicht aus den USA

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Zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte stammt der gröβte Waffenproduzent der Welt nicht aus den USA. Das britische Rüstungsunternehmen BAE Systems, das sich kürzlich schweren Anschuldigungen wegen Bestechung und Korruption ausgesetzt sah, hat in diesem Jahr den amerikanischen Globalplayern den Spitzenrang abgelaufen.

Damit stehe zum ersten Mal ein Konzern an der Spitze der 100 wichtigsten Waffenhersteller weltweit, der nicht aus den USA komme, heißt es in einem Bericht des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2008, chinesische Waffenproduzenten sind bisher in der Liste noch nicht aufgeführt. Das Rüstungsunternehmen BAE Systems produziert internationale Renner auf dem Waffenmarkt, darunter den Eurofighter-Typhoon überdies verschiedene Panzer- und U-Boottypen der Spitzenklasse.

Mit den jüngsten Zahlen schiebt sich BAE Systems an seinen schärfsten Konkurrenten Lockheed Martin Corp. und Boeing Co, der vormaligen Nummer 1, vorbei. Laut der englischen Zeitschrift Daily Mail war dieser Absturz von Boing schon lange überfällig, da das Unternehmen fast zur Hälfte von Subventionen aus dem amerikanischen Steuersäckel getragen wurde.

BAE konnte erst kürzlich durch die Zahlung einer Summe von knapp 290 Millionen englischen Pfund einer Anklage wegen Korruption entgehen. Der Hintergrund bestand darin durch Zahlungen beträchtlicher Summen an Groβaufträge gekommen zu sein und sich so Wettbewerbsvorteile gesichert zu haben. Im Detail handelte es sich um die Zahlung von 40 Millionen Pfund an einen hochrangigen saudiarabischen Beamten, der dafür Produkte aus dem Haus der englischen Waffenschmiede begünstete.
Für die Amerikaner stellte sich das im Nachhinein noch bitterer heraus, da das Geld durch amerikanische Bankenkanäle floss.
Für SIPRI steht BAE deshalb an der Spitze der Liste, da rein nur die Waffenproduktion in Betracht gezogen wurde. Viele dieser Riesenkonzerne sind überdies an Geschäften und der Produktion im zivilen Bereich (Luftfahrt) beteiligt. Laut den Zahlen hat Boeing 29,2 Milliarden Dollar umgesetzt, BAE kann auf ein Umsatzvolumen von 32,4 Milliarden US-Dollar und der zweitplatzierte Lockheed Martin auf 29,4 Milliarden US-Dollar verweisen. Auf deutscher Seite finden sich die Unternehmen Rheinmetall  auf Rang 29, Krauss-Maffei (42), Thyssen Krupp (49), Diehl (64) und MTU Aero Engines (79) unter den 100 gröβten Rüstungsunternehmen der Welt.

Interessant ist die Tatsache, dass der Umsatz der 100 gröβten Rüstungsunternehmen bei 385 Milliarden Dollar im Jahr 2008 lag, die Gesamtausgaben für die Entwicklungshilfe der Länder in der OECD jedoch nur bei 120 Milliarden Dollar.

von Martin Richard Schmitt