Bangkok: Die Armee geht gegen die Rothemden vor

Bangkok: Die Armee geht gegen die Rothemden vor

BANGKOK – Die Lage in Bangkok spitzt sich immer weiter zu. Am Mittwochmorgen haben starke Verbände der Armee den Teil der Innenstadt gestürmt, den Regierungsgegner seit Wochen besetzt halten. Wie Spiegel Online berichtet, sollen dabei vier Menschen getötet worden sein. 50 Personen wurden bei den Zusammenstößen verletzt.

Um die Armee aufzuhalten, hatten die Rothemden zuvor Barrikaden aus Autoreifen angezündet. Dabei kam es dann zu Schusswechseln zwischen den Soldaten und den Demonstranten. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP berichtete, seien auch ausländische Journalisten von den Kugeln getroffen worden. Möglicherweise ist dabei einer ums Leben gekommen.

Die Armee versuchte die brennenden Barrikaden mit Wasserwerfern zu löschen. Weithin waren die aufsteigenden Rauchschwaden über dem Stadtviertel zu sehen. Zuvor hatte der General Lertrat Rattanavanich in einem Fersehinterview erklärt: „Die Regierung hat beschlossen, ihr Recht durchzusetzen.“

Die Zuspitzung der Lage in Bangkok veranlasste die Deutsche Botschaft alle Deutschen aufzufordern, in ihren Wohnungen zu bleiben. Botschafter Hanns Schumacher sagte dazu gegenüber der dpa: „Es ist damit zu rechnen, dass diese Operation den ganzen Tag andauert.“ Und weiter erklärte er: „Wir hoffen, dass es nicht zu einem größeren Blutvergießen kommt.“

Bereits seit Ostern besetzen die Rothemden die Innenstadt von Bangkok, um die Regierung zum Rücktritt zu bewegen.

von Sandra Reinfeld