Berliner Konferenz zur Finanzmarktregulierung: Sind die Erwartungen zu hoch?

German Chancellor Merkel and Foreign Minister Westerwelle attend a debate on a euro rescue package in Berlin

Während die Regierungschefs der Euro-Länder in Berlin eine internationale Konferenz zu Themen wie Finanz-Crash, Griechen-Drama oder Euro-Absturz abhalten und strengere Regeln für die Märkte versprechen, machen die Banken schon wieder Traumgewinne.

Wie der Spiegel berichtet, scheint Kanzlerin Angela Merkel ein langer Kampf bevorzustehen, denn die vollmundigen Versprechungen scheinen nur leere Versprechungen zu sein. Angela Merkel sagte am Rande der Berliner Konferenz zur Finanzmarktereguliergung, dass die komplexen Vorgänge an den Finanzmärkten nur schwer durchschaubar seien. Es gibt auch nicht viel vorzuweisen, seit der Pleite der Investmentbank Leham Brothers vor eineinhalb Jahren. Seither versucht nämlicht die Welt auf etlichen G-20-Gipfeln, die Finanzmärkte zu regulieren, damit solche Krisen vermieden werden.

Zu der Berliner Konferenz zur Finanzmarktregulierung hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble eingeladen. Er und die Kanzlerin wollten ein Zeichen setzen, dass es vorwärts geht. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

Allerdings muss man fairerweise sagen, dass auf nationaler Ebene sich schon etwas bewegt. Noch am Mittwoch hatte Schäuble die Gäste der Konferenz überrascht, als er nämlich das Verbot von Leerverkäufen und ungedeckten Ausfallversicherungen auf Staatsanleihen verkündete.

Eines der Themen der Konferenz ist der koordinierte Ausstieg aus teuren Krisenprogrammen. Hier scheint es schwierig zu sein, zu einer Einigung zu kommen. Merkel sagte dazu: „Ich mache mir große Sorgen, ob wir auch zu einer international abgestimmten Exitstrategie kommen.“

von Sandra Reinfeld