Cavendish entthront seinen Lehrmeister

Cavendish entthront seinen LehrmeisterAn Mark Cavendish scheiden sich die Geister. Der Sprinter des Radsport Teams Columbia wirkt oft arrogant und macht durch markige Sprüche von sich reden. Doch gleichzeitig zeigt der Brite einen unbändigen Siegeswillen.

Wo andere zurück stecken, legt der 25-jährige noch eine Schippe drauf. Dieser Kampfgeist führte ihn auch gestern zum Sieg auf der elften Etappe der Tour de France.

Es war sein bisher 13. Erfolg bei der Großen Schleife. Damit zog er seinem Mentor auf und davon. Der ehemalige deutsche Topsprinter Erik Zabel hatte zwölf Mal bei der Tour triumphiert. Mittlerweile bereitet er beim Team Columbia Cavendish auf die Sprintankünfte vor. Wie gut das klappt, bewies die Mannschaft in Bourg-les-Valence, wo der Brite Alessandro Petacchi und Tyler Farrar auf die Plätze verwies.

Trotzdem hat Zabel dem Jungstar noch einiges voraus. Sechs grüne Trikots beispielsweise. Damit ist der Deutsche alleiniger Rekordhalter im Kampf um die Sprinterkrone. Cavendish hat diesen Erfolg noch nicht feiern können. Zuletzt wurde er 2009 in Führung liegend von der Tour-Direktion disqualifiziert.

Ob er den Triumph 2010 nachholen kann, steht in den Sternen. Nach verpatztem Tourstart liegt er in der Punktewertung zurück. Zwar konnte er den Rückstand auf Petacchi von über 60 auf 29 Zähler verkürzen, doch würde er sich das Leibchen in Paris wohl nur überstreifen können, wenn sowohl der Italiener als auch der Norweger Hushovd das Ziel nicht erreichen.

Zudem fehlt Cavendish auf den nächsten Etappen sein wichtigster Helfer. Mark Renshaw wurde nach der Etappe von der Tour ausgeschlossen, da er im Massensprint mit Kopf- und Ellbogenstößen den Weg für seinen Sprintkapitän frei geboxt hatte.

Doch selbst, wenn es 2010 erneut nicht klappt, bieten sich für Cavendish noch einige Siegmöglichkeiten. Für seine 13 Erfolge hat er bisher drei Tour-Teilnahmen benötigt. Zum Vergleich: Zabel fuhr seine zwölf Siege und die sechs grünen Trikots in acht Jahren ein.

Quelle: Welt

von Andre Gierke