Deutsche Bahn: Kopfgeld für Schwarzfahrer?

Deutschen Bahn: Kopfgeld für Schwarzfahrer?

Bei dem Modellversuch der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen bekommt jeder Schaffner, der einen Schwarzfahrer entlarvt, ein Kopfgeld in Höhe der Strafe selbst von der Deutschen Bahn gutgeschrieben.

Grund für diese ganze Aktion seien schlechte Quartalszahlen bei der Deutschen Bahn. Nun möchte die Bahn mit diesem Modelversuch in Nordrhein-Westfalen testen, ob sich das Zahlen eines Kopfgeldes für jeden erwischten Schwarzfahrer an die Schaffner sich auch lohnen würde.

Falls dies der Fall sei, könnten wir schon bald bundesweit von Schaffnern gejagt werden. Klingt komisch, kann aber schon bald bittere Realität werden. In Nordrhein-Westfalen selbst seien jährlich 25.000 Schwarzfahrer unterwegs, darunter auch zunehmend Jugendliche unter 18 Jahren. Wenn man bedenkt, dass 25.000 Schwarzfahrer mit 40€ Strafgeld belastet werden, dann ist da ziemlich viel zu holen, seitens Deutsche Bahn. Wenn ich das jetzt hochrechnen würde auf 16 Bundesländer, dann würde folgende Summe herauskommen: 16 Millionen Euro. Eine beachtliche Summe. Nun müsste man nur noch herausfinden, wie viele Schaffner die Deutsche Bahn bundesweit im Einsatz hat.

Bis jetzt ist es immer so gewesen, dass die ertappten Schwarzfahrer immer eine Ausrede hatten. Da wären zum Beispiel ‚verlorene Tickets‘ oder ‚Ticketautomat war kaputt‘. Bei den ganzen Schwarzen Schafen tun mir alle ehrlichen Fahrer leid. Die Deutsche Bahn hat aus meiner Sicht einen ernst zu nehmenden Tarif-Dschungel. Viele ältere Menschen haben aufgrund des technischen Fortschritts, genauer gesagt die Einführung der Ticketautomaten ziemlich schlechte Karten. Da sie meistens nicht wissen, welche Karten sie kaufen müssen, passiert es oft, dass falsche Tarife gekauft wurden. Wenn diese dann von den Schaffnern – die scharf aufs Kopfgeld sind – kontrolliert werden, dann müssen vorallem diese darunter leiden.

Ich bin zwar noch nicht so alt, aber da spreche ich aus Erfahrung. Einmal habe ich mir ein Ticket geholt, dass bis 6 Uhr morgens gültig war. Ich fahre ziemlich selten Bahn und da war es nicht verwunderlich, dass es Komplikationen geben musste. Also fuhr ich dann rechtzeitig so gegen 5 Uhr mogens wieder mit der Deutschen Bahn nach Hause, aber bevor ich ankommen konnte, war es schon 6.15 Uhr. Dann kam ein Schaffner und wollte meine Fahrkarte haben. Als ich ihm diese zeigte, teilte er mir mit, dass es die falsche sei und ich 40€ Bußgeld zahlen müsse. Natürlich war ich da sehr empört, da ich fast die gleiche Summe fürs Ticket gezahlt habe. Wenn ich mich recht erinnere waren es gerade mal 13 Cent Differenz. Der Schaffner aber hat sich taub gestellt und wollte mir ein Bußgeld anhängen. Nun ja, dann teile ich ihm mit, dass ich kein Geld bei mir habe und fragte ihn wie wir denn das Problem lösen könnten. Dieser sagte dazu nur: „Gar nicht, das macht für sie 40 Euro!“.

Glücklicherweise sah er dann ein, dass ich nichts dafür konnte und hat – nach meiner Drohung an die Presse zu gehen – ein Auge zugedrückt. So und jetzt stellt euch mal die älteren Mensche vor. Vor allem wenn die Schaffner dann scharf auf ihr Kopfgeld sind. Ich will dann garnicht wissen, was dann los ist. Ich hoffe nur, dass die Deutsche Bahn eine bessere Möglichkeit finden kann, da sonst viele unschuldige Bahn-Fahrer da runter leiden werden.


Autor:

Igor

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Quelle:

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bahn-lobt-Kopfgeld-aus-article481564.html