Deutsche Bahn: Regionalfaktoren werden abgeschafft

Die Deutsche Bahn und die Bundesnetzagentur wollen nun die Regionalfaktoren abschaffen. Dies wurde sogar vertraglich festgelegt. Matthias Kurth, Präsident der Netzagentur, sagte in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“: „Ich bin froh, dass wir eine Einigung ohne Rechtsstreit erreichen konnten“. Ab Ende 2011 sollen keine Zuschläge mehr auf regionale Schienenstrecken von Konkurrenten der Bahn gezahlt werden. Damit setzt die Deutsche Bahn ein wichtiges Zeichen und ermöglicht somit einen besseren Wettbewerb im regionalen Schienenverkehr.

Bei dem so genannten Regionalfaktor handelt es sich um einen Zuschlag, der von Bahnfirmen an die Deutsche Bahn gezahlt werden muss. Dadurch wird es den Bahnfirmen erlaubt 40 regionale Netze der Deutschen Bahn in ländlichen Regionen zu nutzen. Als Beispiele seien hier die Nordwestbahn in Osnabrück oder die Metronom in Uelzen genannt. Durch das Wegfallen dieses Zuschlages könnten die Preise für den Bahnreisenden gesenkt werden. Bisher konnte die Deutsche Bahn durch den Regionalfaktor rund 110 Millionen Euro im Jahr einnehmen. Laut Holger Krawinkel, Bahnexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale (VZBV), war es längst überfällig, dass an diesem Trassenpreissystem der Bahn etwas geändert wird.

Bereits im Dezember 2010 soll der Kompromiss für die Bahnreisenden spürbar werden. Denn zum Fahrplanwechsel sollen bereits die Zuschläge auf vielen Strecken deutlich gesenkt werden. Inwieweit diese Senkung jedoch an die Kunden weitergegeben wird, ist bis jetzt unklar.

von Sandra Reinfeld