Urteil im Fall Dominik Brunner: Kommen Markus S. und Sebastian L. zu mild davon?

Urteil im Fall Dominik Brunner: Kommen Markus S. und Sebastian L. zu mild davon?Zu neun Jahren und zehn Monaten Haft ist der 19-jährige Markus S. verurteilt worden. Seinen Kumpan, den 18-Jährigen Sebastian L., verurteilte das Landgericht München I am Montag zu sieben Jahre Gefängnis wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge.

Die beiden hatten vor einem Jahr den Manager Dominik Brunner am Münchner S-Bahnhof sollen so zusammengeschlagen und getreten, dass dieser infolge eines Herzstillstandes, der auf die Schläge zurückzuführen war, verstarb.

Brunner hatte sich in selbstloser Art und Weise schützend vor eine Schülergruppe gestellt. Zeitweise wurde Brunner sogar vorgeworfen die Schlägerei angezettelt zu haben.

Fakt ist, Markus S. hatte selbst nachdem Dominik Brunner schon kampfunfähig am Boden lag, weiter wild auf diesen eingetreten. Die Verteidiger forderten weitaus geringere Strafen. So wären die beiden Schläger ihrer Ansicht nach schon mit drei bis weit unter sieben Jahren Haft genügend bestraft gewesen.

Warum in solchen Fällen weiterhin das Jugendstrafrecht angewandt wird, bleibt ein Geheimnis. Beide Täter sind über 18 und voll geschäftsfähig und somit auch voll für ihre Taten verantwortlich. Dieses sich mildernd auswirkende Strafrecht stellt den erzieherischen Aspekt in den Vordergrund. Einem getöteten Dominik Brunner und seiner Familie hilft dieser erzieherische Aspekt in keinster Weise.

Wenn sich die beiden Täter laut dem Jugendstrafrecht ernsthaft mit der Tat während ihrer Haft auseinandersetzen haben sie die Aussicht schon nach der Verbüβung von einem Drittel der Strafe wieder auf freien Fuβ zu kommen. Das würde bedeuten, in knapp drei Jahren sind die Täter wieder drauβen.