Dutzende US-Schwimmtrainer wegen sexuellen Missbrauchs lebenslang gesperrt

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USA – Mindestens 36 amerikanische Schwimmtrainer wurden in den letzten 10 Jahren wegen sexuellen Missbrauchs an ihren Schützlingen lebenslang gesperrt, das gab der amerikanische Nachrichtensender ABC bekannt. ABC News berichtet in einer Reportage über die fraglichen Schwimmcoaches, die mehrfach sexuellen Missbrauch an minderjährigen Sportlerinnen begannen haben. Der Nachrichtensender zeigt anhand des Beispiels des Schwimmtrainers Brian Hinson aus Kokomo im Bundesstaat Indiana, der eine versteckte Kamera in die Duschkabine der weiblichen Schwimmerinnen eingebaut hatte. Das FBI kam dem Mann auf die Schliche, nachdem eine Frau den Computer des Trainers über eBay gekauft hatte, und darauf einen Videoclip entdeckte, der eine Jugendliche unbewussterweise nackt im Umkleideraum einer der beiden Schulen zeigte, in denen der Coach die Kameras installiert hatte.

Hinson wurde daraufhin zu 33 Jahren Gefängnis verurteilt. Doch handelt es sich dabei bei weitem nicht um einen Einzelfall in der amerikanischen Schwimmszene. Und wie aus Interviewausschnitten mit Trainern zu erfahren ist, sind die sexuellen Missbräuche durchaus bekannt und nichts Neues. Selbst von einer Kultur des sexuellen Missbrauches zwischen Trainer und Sportlerin wird gesprochen. Ken Stopkotte, ein anerkannter Schwimmtrainer aus Indiana wurde sogar vom amerikanischen Schwimmverband aufgefordert nicht über die sexuellen Missbräuche gegenüber Reportern auszusagen. Als er es doch tat, sah er sich ein paar Stunden danach einer Untersuchung durch den Schwimmverband ausgesetzt. Angeblich habe er die Zeiten seiner Schützlinge fingiert.

Ganz besonders schlimm trieb es der bis dato hochangesehene 62jährige Schwimmtrainer Andy King, der im Jahre 2009 zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, nachdem er sich über drei Jahrzehnte in verschiedenen Städten der USA an der Westküste an weiblichen Schwimmerinnen vergangen hatte. Mindestens 15 Opfer sind bekannt, darunter eine 14jährige, die eine Abtreibung vollzog, nachdem sie von King geschwängert worden war. Mehrere Opfer erzählen bereitwillig und eindrucksvoll in Interviews über die Vorgehensweise des Trainers. Kings Anwälte hingegen schieben die Schuld auf die Eltern ab, die ihre Kinder mit allem Mitteln zum Erfolg treiben wollen. Der amerikanische Schwimmverband drückt aus, dass das Problem des sexuellen Missbrauches im amerikanischen Schwimmsport durchaus nicht so groβ ist wie im Rest der Gesellschaft. Und 36 Trainer repräsentieren auch nur ein kleiner Teil der 12.000 offiziellen amerikanischen Schwimmtrainer im ganzen Land.

Bei Youtube befindet sich ein Auschnitt aus einer Nachrichtensendung der ABC News, welches hier angeschaut werden kann.

Quelle: ABC News

von Martin Richard Schmitt