Elefantenschlachten geht weiter: China ist Hauptabnehmer für illegales Elfenbein

Illegal haul of elephant ivory

HANOI – Laut der Nachrichtenagentur EFE wurden gestern im Hafen von Haiphong (im Norden von Vietnam), der als Durchgangsstation für Elfenbein nach China gilt, eine Tonne Elfenbein, das in einem Container versteckt war, sichergestellt.

Die vietnamesischen Zollbehörden entdeckten das „Weiße Gold“ unter einer Schicht von Muschelgehäusen. Mit allergröβter Wahrscheinlichkeit war die Schmuggelware für den lukrativen chinesischen Markt bestimmt. Nach Aussagen von Zollchef Ngo Manh Tuan war als Bestimmungsort ein Unternehmen in der chinesischen Provinz Lang Son deklariert. Nach genaueren Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass der Herkunftsort des Schiffes auf afrikanischem Territorium lag.

Schon mehrfach in den vergangenen Jahren und Wochen und Monaten wurden groβe Mengen von Stoβzähnen an den Zollstationen in Vietnam ausfindig gemacht. Im Frühjahr diesen Jahres wurde die bisher gröβte Menge an illegalem Elfenbein von den Zollbehörden in Vietnam sichergestellt. Ca sieben Tonnen Elfenbein in Form von unbehandelten Elefantenstoβzähnen, die unter anderem aus dem afrikanischen Land Tansania stammten, fielen in die Hände der Grenzer.

Auch im vergangen Jahr wurden die Zöllner mehrfach bei Kontrollen fündig. Zwar waren die entdeckten Mengen geringer, jedoch summierte sich auch hierbei das sichergestellte Elfenbein beträchtlich.

Vietnam hat den Handel mit Elfenbein im Jahr 1992 verboten, doch darf das „Weiße Gold“ immer noch aus Beständen vor dieser Zeit offiziell verkauft werden. Diese Gesetzeslücke lässt somit eine echte Kontrolle kaum zu. Die Händler können ungehindert ihre Bestände mit frischer Ware immer wieder neu auffüllen. Desweiteren fehlt ein adäquates Kontrollsystem mit den notwendigen Deklarationen über den Ursprung der Ware. Der gröβte Teil der illegalen Ware verbleibt nicht in Vietnam, sondern wird direkt in Richtung China weitergeleitet.

Problematisch stellt sich nicht nur die Lage für die Elefanten in Afrika dar, schlimmer noch sieht es für die Spezie in Indochina aus. Die steigenden Preise für Elfenbein wirken sich drastisch auf die Bestandszahlen der asiatischen Elefanten aus. Ein Kilogramm Elfenbein kostete im vergangenen Jahr auf dem Schwarzmarkt in Vietnam 1 500 Dollar. Das bedeutet, dass ein Elefantenstoβzahn bis zu 10 000 Dollar auf dem Markt bringt. Der Preis für Elfenbein hat sich in den letzten 10 Jahren laut dem Sekretariat des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES nahezu verzehnfacht. Herkunfstländer sind neben Vietnam auch Myanmar (Burma), Laos und Kambodscha.

Ein Video der Beschlagnahmung gibt es hier: de.news.yahoo.com

von Martin Richard Schmitt