Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts: Tarifeinheit gehört der Vergangenheit an!

Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts: Tarifeinheit gehört der Vergangenheit an!

Eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts erhitzt derzeit die Gemüter. Sie hatten nämlich den seit Jahrzehnten praktizierten Grundsatz „Ein Betrieb – ein Tarifvertrag“ aufgehoben. Diese Entscheidung ruft die Arbeitgeber, die Arbeitnehmer und die Opposition gleichermaßen auf den Plan. Einem Bericht auf Spiegel Online zufolge, befürchten sie, dass dieser Gerichtsentschluss zu mehr Streiks und Zwietracht in den Betrieben führe. Zudem höhle sie Flächentarifverträge aus.

Durch die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts können zukünftig in den deutschen Betrieben mehrere Tarifverträge von miteinander konkurrierenden Gewerkschaften nebeneinander gelten. Das bedeutet für kleine Spartengewerkschaften einen Sieg. So sagte der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Rudolf Henke: „Das Grundrecht der Koalitionsfreiheit darf durch Tarifkartelle welcher Art auch immer nicht ausgehebelt werden.“ Weiter begrüßte die Ärztegewerkschaft das Urteil als einen Erfolg für alle Arbeitnehmer. Ihnen könne nun nicht mehr das Recht verwehrt werden, welche Gewerkschaft für sie rechtsgültige Tarifverträge abschließe.

Die Arbeitgeberverbände hingegen waren ebenfalls nicht glücklich über das Urteil. So argumentierte der Arbeitgeberverband Gesamtmetall: „Damit bieten selbst geltende Tarifverträge keinen Schutz mehr vor Arbeitskämpfen. Wenn konkurrierende Gewerkschaften jederzeit den Betriebsfrieden gefährden können, geht ein entscheidender Vorteil der Flächentarife insgesamt verloren.“

Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Tariflandschaft nach dieser Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts entwickeln wird.

von Sandra Reinfeld