Euro-Rettungsplan zeigt positive Auswirkungen an der Börse

Euro-Rettungsplan zeigt positive Auswirkungen an der Börse

An den internationalen Börsen geht es nach einer ganz schwarzen Woche durch das Beschlieβen des Euro-Rettungsplanes erstmals wieder auwärts. Die Aktienmärkte haben sich beruhigt und der Euro schoss am frühen Morgen gleich auf die Marke 1,30 gegenüber dem US-Dollar. Das sind 5 Cent mehr als noch am Ende der vergangenen Woche. Damit scheint sich die eingeschlagene Richtung der Euro-Führung zu bestätigen.

Nachdem in der Nacht zum Sonntag das Hilfspaket für finanzschwache Länder in Höhe von 750 Milliarden Euro in einem Kraftakt durch die europäischen Finanzminister durchgedrückt wurde, ist auf den Aktienmärkten eine spürbare Erleichterung eingetreten. Allein in den ersten Stunden zeigen die Werte an den diversen internationalen Börsen kräftig nach oben. Paris verzeichnete ein Plus von 8,68%, weiter folgen Madrid mit einem Zuwachs von 12,10%, London 5%, Mailand 9,84% Brüssel 8,46%, Lissabon 9,74% und Athen 9,88 %. Der DAX stieg in Frankfurt auf knapp 5 % und nähert sich somit wieder der Marke von 6 000.

Auch in Asien legen die Aktienmärkte zu. Zu den gröβten Gewinnern zählen die Bankaktien. Die Aktie der Deutschen Bank verzeichnete ein zeitweiliges Plus von über 12 %. Das bislang beispiellose Rettungs- und Schutzpaket setzt sich zusammen aus Garantien der Euro-Mitgliedstaaten in Höhe von 440 Milliarden Euro und 60 Milliarden Euro, die aus einem Notfallfonds stammen, während die restlichen 220 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfond (IWF) bereitgestellt würden.

Mit diesen Massnahmen versuchen sich die Euro-Länder gegenüber den Spekulanten abzusichern. Liquidität in Kombination mit Sicherheit sollen zu Stabilität im Euro-Raum verhelfen. Doch darf laut Aussagen des deutschen Auβenministers Guido Westerwelle jetzt nicht gleich wieder zur Tagesordnung übergegangen werden. Er fordert von den Ländern in der Euro-Zone einen drastischen Sparkurs in ihrer Haushaltspolitik.

Auch für die Analysten von Morgan Stanley und der Bank Credite Agricole ist noch nicht alles ausgestanden, sie warnen vor einem frühzeitigen Optimismus. Ihrer Meinung nach ist der Beschluss des Euro-Rettungspaketes zwar der richtige Weg, doch bedarf es einer Konsolidierung der Haushalte und weiterer Strukturreformen, um langfristig das Vertrauen der Anleger zu schafften.

von Martin Richard Schmitt