Eurocontrol garantiert 30 % aller Flüge

Eurocontrol garantiert 30 % aller Flüge

Das Chaos in der internationalen Luftfahrt geht weiter. Die European Organisation for the Safety of Air Navigation (EUROCONTROL) garantiert für heute nur etwa 30 % aller  Flüge mit dem Ziel Europa. Das bedeutet, dass nur zwischen 8 000 und 9 000 Flüge zugelassen sind. Derweil stöhnen die Airlines unter den Milliardenverlusten.

Siim Kallas, der europäische Verkehrskommissar hat versichert, dass der wirtschaftliche Schaden, der durch die Aschewolke entstanden ist, den der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York übersteigt. Die EU beschäftige sich momentan mit Plänen, die den gebeutelten Airlines mit Nothilfemaßnahmen unter die Arme greifen sollen. Ähnlich wie damals will die EU den Fluggesellschaften mit unbürokratischen Verfahren staatliche Finanzspritzen gewähren. Zehntausende sitzen immer noch auf den Flughäfen fest oder kommen verspätet an ihrem Zielort an. Prominentestes Opfer war die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, die mit einer zweitägigen Verspätung aus den USA zurückgekehrt ist.

Einige der groβen Airlines, darunter die Lufthansa, British Airways, KLM und Air France haben mit erfolgreichen Probeflügen begonnen. Es kam bisher zu keinen besonderen Vorfällen an den Triebwerken und Maschinen. Die internationale Luftfahrtvereinigung IATA kritisiert hingegen die Schliessung bestimmter Flughäfen auf Grund von unzureichenden Computersimulationen und ohne Abstimungen und einer geeigneten Koordination mit den betroffenen Airlines sowie Flughafenbetreibern. Die wirtschaftlichen Schäden durch die Flugausfälle belaufen sich bei den Fluggesellschaften laut IATA auf 150 Millionen Euro täglich.

In vielen europäischen Ländern bleiben die Flughäfen weiter geschlossen – in  England voraussichtlich bis Mitternacht. Dort will die englische Regierung jetzt sogar einen Flugzeugträger einsetzen, um die gestrandeten Briten aus dem Ausland zurückzuholen. In Italien wurden die Flughäfen nach einer kurzen Öffnung in den Morgenstunden wieder geschlossen. Nicht anders sieht es in Deutschland, Belgien und Holland aus. Auch hier erwartet man keine Öffnung der Flughäfen vor heute avenid; je nach Lage kann sich die Sperrung noch weitere Tage hinziehen. Die französischen Behörden prüfen allerdings die Öffnung einiger Korredore, die wenig von der Aschewolke berührt wurden. Spanien leidet weniger unter dem Chaos, hier kam es nur zu Verzögerungen, die Flughäfen sind jedoch weiter geöffnet. In Kanada fallen jetzt ebenfalls die ersten Flüge aus nachdem festgestellt wurde, dass die Aschewolke sich Richtung Neufundland ausgebreitet hat.

von Martin Richard Schmitt