FC Bayern: Triple … und dann?

FC Bayern: Triple ... und dann?

MÜNCHEN – Da haben sie gefeiert und getanzt, diese Bayern. Die Rothosen gewannen am letzten Spieltag dieser Saison gegen Hertha und stemmten ihre 22. Meistertrophäe in den Berliner Abendhimmel. Damit war der erste Schritt Richtung Triple gemacht, doch nun wird es ein reines Nervenspiel für die Van Gaal-Truppe. Das Pokal-Finale gegen Werder ist allerdings nur ein Vorgeschmack für das Champions-League-Finale gegen den italienischen Meister Inter Mailand, der sich gegen Favoriten wie Chelsea und Barcelona durchsetzte. Doch ganz gleich ob die Bayern das Triple nun nach München holen oder nicht, werden wir in der neuen Saison ein verändertes Bayernteam sehen.

Zunächst mal wird es möglicherweise Veränderungen auf der Bank geben, denn Co-Trainer Hermann Gerland wird nach dem Abschied von Mehmet Scholl wohl wieder die Bayern-Reserve trainieren.

Durch die erfolgreiche Saison werden dem FCB weitere Finanzmittel für die Verstärkung des Kaders zur Verfügung stehen, und die wird der Verein brauchen, um sich auf Dauer ganz oben in der Spitze des europäischen Vereinsfussballs zu etablieren.

Der Posten Nummer 1 kommt da sicherlich besonders in Betracht, denn die Torwartposition sorgte in der letzten Zeit besonders für Spekulationen, obwohl der routinierte Jörg Butt zuletzt bärenstark hielt. Butt ist allerdings nicht mehr der jüngste und genießt praktisch keinen Konkurrenzkampf, denn der nötige Druck durch Michael Rensing blieb komplett aus. Rensing wird den Verein verlassen. Die Bayern-Bosse sollen mehrere Torhüter im Auge haben und, seien es der Schalker Manuel Neuer oder das französische Wunderkind Hugo Lloris, ein Transfer erscheint wahrscheinlich.

Die größten Sorgen bereitete dem deutschen Rekordmeister allerdings die Abwehr, ebenfalls bedingt durch häufige Verletzungen. Auf der linken Verteidgungsposition besteht auf jedem Fall Handlungsbedarf, denn weder Badstuber noch Contento oder Alaba konnten überzeugen. Über mögliche Kandidaten gibt es noch keine Informationen, ebenso wie für die möglichen Verstärkungen auf der Innenverteidgerposition. Van Buyten und Demichelis spielten beide keine überragende Saison und ob der aus Nürnberg zurückkommende Breno die Lücke schließen kann ist mehr als fraglich.

Das Hauptthema bleibt aber das ewige hin und her um Franck Ribery: bleibt oder geht er? Für Ribery ist es eine Saison zum Vergessen bedingt durch Auseinandersetzungen mit dem Trainer über Rotsperren bis angeblicher Sexaffäre. Der Franzose steigerte sich dennoch zum Ende der Spielzeit und darf mit zur WM. Es gibt laut Medienberichten genug Interessenten für den flinken Zauberer, die Frage ist allerdings wer ihn sich leisten kann bei einer Ablöse von etwa 60 Millionen Euro.

Nachholbedarf besteht auch im Sturm, wo Mario Gomez, Thomas Müller, Miro Klose und Ivica Olic jegliche Stabilität haben vermissen lassen. Am Finish der Spielzeit kamen Olic und Müller immer besser in Form und schossen entscheidende Tore, ihre teuren Starkollegen versauerten zumeist auf der Bank. Zum Start der Vorbereitung wäre auch der Weltmeister Luca Toni wieder da, der bestenfalls als Einwechselspieler gilt und verkauft werden soll.

von Arthur Brühl