Flugsteuer treibt Flugticket-Preise in die Höhe

A stranded passenger waits under an information board during a strike at the Zaventem international airport near Brussels September 28, 2010. Flights in and out of Belgian airspace were suspended on Tuesday due to a strike by air traffic controllers, Belgium's air safety authority said. REUTERS/Thierry Roge (BELGIUM - Tags: EMPLOYMENT BUSINESS TRANSPORT)Bis zu 45 Euro soll die vom Kabinett beschlossene Flugsteuer kosten. Lange hat es nicht gedauert bis die ersten Fluggesellschaften diese umstrittene Steuer angewandt haben.

Jetzt da klar ist, dass die eigentlich erst für das kommende Jahr 2011 eingeführte Steuer schon ab sofort gültig ist, reagieren Airlines wie die Lufthansa mit einer direkten Umlage der Steuer auf ihren Kunden. Andere Airlines gehen etwas zögerlicher vor und warten noch bis die Flugsteuer endgültig durchgebracht ist. Ryanair legt die Steuer nur auf reguläre Flugtickets um, Sonderangebote bleiben derzeit noch auβen vor.

Bei EasyJet kommt es auf die Strecke und den Zeitpunkt an. Demnach richtet sich die Höhe der anfälligen Steuer. Wie überhaupt die Höhe des Zuschlages zum gröβten Teil entfernungsabhängig ist. Dazu ist die Steuer in drei Kategorien unterteilt, die nicht ganz unumstritten sind. So klagen Ägypten und Israel gegen die Flugsteuer, da sie in die Mittelstreckenkategorie eingeteilt wurden, aber in Wahrheit nicht weiter entfernt sind von Deutschland wie die Kanarischen Inseln, die zur Kurzstrecke gehören. Die Länder rechnen deshalb mit gröβeren Tourismuseinbuβen.

Bis zu 2500 Kilometer reicht die Kurzstrecken, dabei werden acht Euro fällig. 25 Euro Zuschlag kostet ein Mittelstreckenflug und 45 Euro der Langstreckenflug. Nicht nur Unklarheit herrscht deswegen, weil Länder wie Russland, die Ukraine, Weiβrussland, Algerien und Libyen in die Kurzstreckenkategorie gehören, vielmehr weiβ auch niemand, ob Fluggäste, die von Berlin über den Rhein-Main-Flughafen in die USA fliegen, für den ersten Teilabschnitt nur die Kurzstreckensteuer bezahlen müssen und für das lange Transatlantik-Teilstück unbelastet bleiben. Ein Direktflug würde auf jeden Fall einen Aufschlag der dritten Kategorie mit sich ziehen.

Groteskerweise wird die Flugsteuer beim Cargo-Geschäft nicht angewandt. Dabei sollte die Steuer doch dem Umweltschutz zu Gute kommen.

von Martin Richard Schmitt