Google: verklagt wegen gewalttätigem Video auf YouTube

Die Google-Manager stehen in Italien vor Gericht und dieses Verfahren könnte entscheidend für die Rechte und Pflichten im Internet werden.

Im Jahr 2006 war auf YouTube ein Video zu sehen, auf dem ein autistischer Junge von Mitschülern geschlagen wurde. Währenddessen tat einer der Schläger, als ob er bei Vivi Down anrufen würde, einer Hilforganisation für Menschen mit Down-Syndrom. Nun war es diese Organisation, die die Klage gegen Google einreichte.

Eingestellt wurde das Video kurz bevor YouTube von Google aufgekauft wurde, wie lange es online war ist jedoch unklar. Jetzt wird der Grundsatz kritisiert „erst veröffentlichen, dann filtern.“. Es ist klar, dass Google nicht alle Videos kontrollieren kann, im Schnitt beträgt die Dauer der hochgeladenen Videos pro Minute 15 Stunden.

Google halte es für „vollkommen verkehrt“, dass das Verfahren überhaupt stattfindet: „Das ist, als ob man Angestellte eines Postdienstleisters belangen will, weil mit der Post auch Hassbriefe geschickt werden.“ YouTube sei eine „neutrale Plattform“. Es wäre ein „direkter Angriff auf ein freies, offenes Internet“, würde man YouTube für die dort eingestellten Inhalte verantwortlich machen.
Die Kläger fordern mehr automatische Filter und zusätzliche Warnungen an User, die Privatsphäre und Persönlichkeitsschutz sowie Urheberrechte betreffen sollen. Ob diese im vorliegenden Fall geholfen hätten, ist jedoch unklar.

(Mark)

Quellen:

  1. Google-Manager in Italien vor Gericht