Griechenland-Hilfe: Deutschland tritt auf die Bremse

Griechenland-Hilfe: Deutschland tritt auf die Bremse

Griechenlands Finanzminister George Papaconstantinou

EUROPA – Griechenland scheint in sehr großen Schwierigkeiten zu stecken und der Druck für die EU wächst immer weiter. Deutschland vertritt aber im Hinblick auf die Finanzspritze für Griechenland eine etwas andere Ansicht. Vermutlich ist das auch der Grund, wieso Deutschland von den europäischen Ländern immer stärker kritisiert wird. Die EU drängt immer weiter darauf, dass Griechenland möglichst schnell Finanzhilfen von den EU-Ländern bekommt, damit eine mögliche Krise rechtzeitig verhindert werden kann.

Im Hinblick darauf, dass nicht nur Griechenland ein großes Haushaltsdefizit hat – Irland, Spanien, Frankreich und Portugal könnten ebenfalls ein Problem für den Euro darstellen – ist es momentan wahrscheinlich eine kluge Entscheidung mit den Finanzhilfen zu warten. Schon jetzt warnen namhafte Ökonomen, dass andere EU-Länder möglicherweise ebenfalls Hilfe benötigen könnten. Es steht außer Frage, dass es nicht so weiter gehen kann und man im Betracht auf das Haushaltsdefizit von Griechenland handeln muss. Griechenland aus der EU zu schmeißen wäre vermutlich nicht so klug. Dann müsste man auch Irland, Spanien, Frankreich und Portugal aus der EU schmeißen. Natürlich ist es eine absurde Vorstellung, aber mit Finanzhilfen umher zu schmeißen ist ebenfalls absurd, jedenfalls dann, wenn sich an der Lage nicht wirklich viel ändert. Europas-Sünder müssen sich an die Defizitsgrenze von 3% halten. Im Jahr 2009 betrug das Haushaltsdefizit von Grichenland 12,7%, was deutlich hinter dem vorgeschriebenen Wert ist. (Quelle: EU-Kommision).

Die CDU hat es eilig. Die FDP jedoch zeigt sich bedenklich. Guido Westerwelle sagte in Luxemburg: „[…]Wer zu früh irgendwelche konkreten Hilfszusagen macht, der wird nur erleben, dass das dann auch den Druck nimmt, in Griechenland die strukturellen Hausaufgaben zu erledigen[…]„. (Quelle: Zeit)

Vermutlich tritt Guido Westerwelle dieses Mal das Problem auf den Punkt. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass sich nach den Hilfspaketen nichts geändert hat. Es wird weiter gemacht, wie zuvor. Daher ist es nur gerechtfertigt, es sich genauer zu überlegen, ob eine schnelle Hilfe ohne jegliche Absprachen wirklich Sinn macht. Ist dann garantiert, dass sich die Lage in Girechenland ändert?

Ein weiteres Problem ist, dass nach der Finanzspritze weitere EU-Länder Hilfe anfordern könnten und sich dadurch völlig in fremde Hände begeben, ohne selbst handeln zu wollen. Wenn Griechenland Hilfe bekommen sollte, wieso sollten dann die anderen Länder keine Hilfe erhalten?