Hamburger SV verpasst Finale

FC Fulham vs Hamburg SV

London – Nach einer couragierten Leistung verließen die Spieler des Hamburger SV den Rasen als Verlierer. Dafür ließen sich die Kicker des FC Fulham vom eigenen Publikum feiern. Der kleine Londoner Klub zog durch einen 2:1-Erfolg ins Finale der Europa League ein. Im Hinspiel vor einer Woche hatten sich beide Mannschaften noch torlos getrennt.

Der HSV wollte die Partie nutzen, um wieder mehr Ruhe einkehren zu lassen und sich den Traum zu erfüllen, am 12. Mai 2010 in der heimischen HSH Nordbank Arena das Endspiel zu bestreiten. Die Vorzeichen waren dabei alles andere als günstig. Nach sportlich eher dürftigen Wochen, hatte der Vorstand drei Tage zuvor Trainer Bruno Labbadia entlassen. Der bisherige Techniktrainer Ricardo Moniz sollte neues Feuer entfachen und die Saison noch halbwegs retten.

Das schien ihm zu glücken. Die Mannschaft wirkte wie ausgewechselt und spielte mutig nach vorne. Für die engagierte Leistung wurde das Team nach 22 Minuten belohnt. Torjäger Mladen Petric zirkelte einen Freistoß aus 30 Metern in Tor der Londoner. Diese brauchten ein wenig, um sich von dem Schock zu erholen. Knapp siebzig Minuten lang konnten die Norddeutschen überzeugen, dann schlugen die Gastgeber im Doppelpack zu. Erst traf Simon Davies (69.) zum Ausgleich, ehe Zoltan Gera (76.) das Sieg bringende Tor erzielte. Davor und danach hatten die Hamburger (durch Jonathan Pitroipa und Ruud van Nistelrooy) die Chance, das Spiel für den HSV zu entscheiden.

Der FC Fulham wurde seinem Ruf als heimstarke Mannschaft einmal mehr gerecht. In allen Europapokalpartien hatte die Mannschaft den Rasen nicht ein einziges Mal als Verlierer verlassen. Juventus Turin wurde einige Runden zuvor sogar mit 4:1 nach Hause geschickt. Auf die Londoner wartet nun das Highlight der Klubgeschichte, wenn sie im Endspiel auf Atletico Madrid triffen, das sich erst in der Verlängerung gegen den FC Liverpool (2:1) durchgesetzt hatte.

Quelle: Kicker

von Andre Gierke