Island 1783 der schlimmste Vulkanausbruch in Europa

Island 1783 der schlimmste Vulkanausbruch in Europa

Der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull ist mit groβen Unannehmlichkeiten für den Mensch und die Umwelt verbunden. Während direkt keine Opfer durch den Vulkanausbruch zu beklagen waren, so ist die Luftfahrt in ganz Westeuropa durch eine gigantische Aschewolke gänzlich lahmgelegt. Die Umwelt wird durch eine Verdunkelung der Atmosphäre und eine eventuelle Abkühlung des Klimas überdies in Mitleidenschaft gezogen.

Dieses sind jedoch alles nur geringfügige Schäden im Vergleich zu den verheerenden Auswirkungen, die im Jahr 1783 auf die Ausbrüche einiger Vulkane auf Island erfolgten, die als „Laki-Feuer“ in die Geschichte eingegangen sind. Damals war das noch “junge” Land, das erst ein paar hundert Jahre zuvor besiedelt worden war und in dem ca 50 000 Menschen lebten, fast völlig zerstört worden. Die Opferzahlen schwanken zwischen 9 000 – 11 000. Ein Fünftel der Gesamtbevölkerung der Insel starben in Folge einer Naturkatastrophe, die die Welt bis dato selten erlebt hatte. Gleich über einhundert Vulkane waren damals gleichzeitig aktiv und schleuderten neben der Asche eine Unmenge an giftigen Gasen in die Atmosphäre, an deren Folgen Zehntausende Menschen und Hunderttausende Tiere starben. Durch eine nachfolgende Abkühlung der Temperaturen verdarben in den darauffolgenden Jahren die Ernten und es kam zu groβen Hungersnöten.

Die Laki Feuer gelten als die zweitgröβte Naturkatastrophe dieser Art in der jüngeren Geschichte nach dem Ausbruch des Mount Tambora in Indonesien. Im Jahr 1815 brach der Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa mit einer bis dahin unbekannten Intensität aus, die 11.000–12.000 Menschen direkt in den Tod riss und in den darauffolgenden Wochen und Monaten bis zu 92 000 weitere Menschenleben forderte (niemand kennt die genauen Zahlen). Laut Schätzungen stiegen bei den Laki Feuern in nur drei Tagen 17 Megatonnen Schwefel in die Atmosphäre. Beim legendären Pinatubo-Ausbruch auf den Philippinen im Jahre 1991 rechnet man über den gesamten Zeitraum der Erruptionen mit der gleichen Menge. Auch in diesem Falle kam es zu einer nachfolgenden Klimaveränderung, die sich über 20 Jahre hinzog.
Aufzeichnungen aus dieser Epoche zeigen, dass nach den Laki Feuern allein in England im Sommer 1783 mehr als 20 000 Personen starben. Auf die heiβen, regenreichen Sommer folgten bitterharte, strenge Winter. Die wenigsten Lebewesen starben auf Grund der Erruption, sondern an den Klimafolgen. 8 von 10 Schafen verendeten aus Futtermangel.

Quelle: bbc.co.uk

von Martin Richard Schmitt