Japans Ministerpräsident Yukio Hatoyama tritt zurück

Japanese Prime Minister Yukio Hatoyama speaks to reporters upon his arrival at his official residence in TokyoYukio Hatoyama, der Ministerpräsident Japans, hat seinen Rücktritt angekündigt. Er war nur acht Monate im Amt. Er reiht sich damit in die Reihe der Ministerpräsidenten von Japan ein, die nur ein Jahr oder weniger regiert haben. Er ist der vierte Ministerpräsident in Folge, der sein Amt bereits nach kurzer Zeit zur Verfügung stellt.

Hatoyama ist der Chef der Demokraten und ist in eine Parteispendenaffäre verwickelt. Wie Spiegel Online berichtet, hatte Hatoyama Tränen in den Augen, als er seinen Rücktritt erklärte und sagte: „Die Öffentlichkeit hat sich geweigert, mit zuzuhören. Um unsere Partei neu zu beleben, müssen wir zu einer durch und durch sauberen Demokratischen Partei zurückkehren.“

Erst im vergangenen August hatte Hatoyama mit seiner Partei einen historischen Wahlsieg errungen, als sie nämlich die konservative Liberaldemokratische Partei LDP von der Macht verdrängt hatten. Die LDP herrschte in Japan mehr als 50 Jahre. Mehr als 70 Prozent der Wähler befürworteten damals eine DPJ-Regierung. Das änderte sich aber schnell. Zuletzt war die Zustimmungsrate unter zwanzig Prozent gesunken. Das lag sicherlich auch an den Versprechungen der Partei, die nicht einghalten wurden und natürlich auch an der Verwicklung in eine Parteispendenaffäre.

Wer Hatoyama in das Amt des Ministerpräsidenten folgt, ist noch nicht sicher. Ein möglicher Nachfolger könnte der derzeitige Finanzminister Japans, Naoto Kan sein. Ein neuer Ministerpräsident wird eventuell schon am Freitag benannt.

von Sandra Reinfeld