Koblenz atmet auf: Größte Evakuierung in der Geschichte Deutschlands verlief problemlos

Die Menschen in Koblenz können aufatmen: Die beiden gefundenen Weltkriegsbomben konnten sicher entschärft werden. Fast die Hälfte der 106.000 Stadtbewohner mussten ihre Häuser und Wohnungen aus Sicherheitsgründen verlassen. Es war die größte Evakuierung aufgrund eines Relikts aus dem Zweiten Weltkrieg in der Geschichte Deutschlands.

Wie das Nachrichtenmagazin „n-tv“ berichtet, brauchten die Experten des Kampfmittelräumdienstes ganze drei Stunden, um die Gefahr zu beseitigen. Immerhin musste eine 1,8 Tonnen schwere Luftmine, eine 125 Kilogramm schwere Bombe und ein Fass mit Chemikalien unschädlich gemacht werden. „Insgesamt lief alles wunderbar“, so der technische Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz, Horst Lenz, gegenüber dem Nachrichtensender. Er möchte aber nicht als „Held“ bezeichnet werden, so Lenz weiter. Er verwies auf die Arbeit der beteiligten Helfer.
Am frühen Sonntagmorgen hatte der Großeinsatz bei strömendem Regen begonnen. Bis 9 Uhr hatten die Anwohner der Sperrzone im Umkreis von 1,8 Kilometern Zeit, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. „Wir hatten vier Türöffnungen, ansonsten war alles ruhig“, erklärte ein Polizeisprecher. Dabei war es drei Mal ein Fehlalarm, nur ein Mal mussten die Helfer einen Menschen aus der Wohnung holen. Es handelte sich um eine demenzkranke Frau.

Nach Angaben von „n-tv“ seien die sieben Notunterkünfte mit rund 12.000 Plätzen fast leer geblieben. Die Behörden sollen nach Informationen des Senders 522 Menschen gezählt haben. Viele Bewohner seien bei Freunden untergekommen, hieß es weiter. „Oder sie haben das Wochenende für einen Ausflug genutzt, was vernünftig ist“, sagte Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig dem Sender.

von Alexander Hirsch