Kokainproduktion sinkt in Südamerika um 15 %

Kokainproduktion sinkt in Südamerika beträchtlich. Drogenproduzenten nutzen jedoch Lücken im System aus.

Die Gesamtproduktion von Kokain in Südamerika ist im vergangenen Jahr um 15 % von 994 Tonnen im Jahr 2007 auf 845 t im Jahr 2008 gesunken. Hauptgrund dafür ist der Rückgang des Coca-Anbaus in Kolumbien. Speziell in diesem Staat sank die Gesamtproduktion allein schon in diesem Jahr um 28 %. Laut einem Bericht der Drogenbehörde Junta Internacional de Fiscalización de Estupefacientes (Jife) in Bogota ist die Coca-Produktion in der Region im Jahr 2008 die niedrigste seit dem Jahr 2003. Kolumbien glänzt dem Bericht zufolge mit der höchsten Zahl an Drogenbeschlagnahmungen und der Zerstörung von Laboratorien. Gleichzeitig bedauert der Chef von Jife, dass es schwierig sei die Angebotsnachfrage schärfer zu kontrollieren, wenn die Nachbarstaaten nicht zu einer stärkeren Zusammenarbeit bereit sind. Die Drogenhändler nutzten diese Lücke und wandern von einem Land ins andere, um dort mit rasender Geschwindigkeit die zerstörten Laboratorien wieder aufzubauen. Besonders anziehend für die Drogenproduzenten sind die Länder Argentinien, Brasilien und Ecuador.

Obwohl seit 10 Jahren in Kolumbien die Coca-Anbaufläche kontinuierlich zurückgeht, wirkte sich das bislang nicht auf die Produktivität aus. Jetzt ist zum ersten Mal auch ein Rückgang in der Produktion von Kokain festzustellen. In Kolumbien liegt die Coca-Anbaufläche derzeit bei 81.000 ha (Stand 2008), sie ist damit geringer als im Jahr 2004. In anderen Länder wie zum Beispiel Bolivien steigt diese hingegen an. Um 6 % auf über 30.000 ha in Bolivien und um 4,5 % auf 56.000 ha in Peru. In wenigen Jahren können diese Nationen schon die Nummer Eins in der Kokainproduktion sein. Angeblich hat sich ebenfalls die Mohnanbaufläche in Kolumbien auf unter 400 ha stabilisiert.

Insgesamt bleibt festzustellen, dass in allen Andenländern plus Brasilien immer mehr Kokain beschlagnahmt wurde. Allein in Kolumbien waren es im Jahr 2008 knapp 200 t, was einer Zuwachsrate von 57 % entspricht. In Ecuador waren es 55 % mehr. Schlechter sieht es hingegen in Chile, Paraguay und dem venezolanischen Bundesstaat Boliviariana aus, hier sanken die Zahlen der Beschlagnahmungen.
Ein großer Teil des Kokains, etwa 35 bis 40 %, das nach Europa gelangt, kommt über Afrika von Venezuela aus.

Quelle: http://noticias.latam.msn.com

von Martin Richard Schmitt