Künftig müssen Geiseln für ihre Befreiung selbst zahlen

Im September 2003 bereist die deutsche Physiotherapeutin Reinhilt Weigel als Touristin die kolumbianischen Urwälder und gerät dabei mit sieben weiteren Touristen einer Guerillatruppe in die Hände. 74 Tage bleibt die Frau in Gefangenschaft, bis es schließlich gelingt, sie auf Verhandlungswegen zu befreien.

Sie wird per Hubschrauber aus dem Urwald in die kolumbianische Hauptstadt Bogotá transportiert, von wo aus sie mit einem Linienflug zurück nach Deutschland kam. Nun soll Frau Weigel die Rettungsaktion, den Hubschrauberflug, selbst bezahlen, zumindest die Hälfte des Betrags. Heute wurde diese Forderung des Auswärtigen Amtes vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt.

Der Vorsitzende Richter bezog sich bei seinem Urteil auf das Konsulargesetz, welches die Hilfeleistung an Deutsche im Ausland regelt.  Die Verhältnismäßigkeit müsse jedoch bewahrt werden und daher müsse das Auswärtige Amt seinen Kostenbescheid vom Einzelfall abhängig machen, so das Gericht. Für den Fall Weigel sei jedoch eindeutig, dass „die persönlichen Lebensumstände der Klägerin […] keine Reduzierung“ gebieten (focus.de).

Das bedeutet also, dass man in Zukunft vorsichtiger sein Urlaubsziel aussuchen sollte und falls man doch Pech hat und entführt wird (Gott behüte), so droht einem nach der Befreiung eine riesige Geldsumme, die man zu zahlen hat. Ich frage mich, was man bei tatsächlichen militärischen Einsätzen zahlen wird. Falls Soldaten dabei sterben, wird man wohl für die aufkommen müssen. Außerdem frage ich mich, wie weit diese „Verhältnismäßigkeit“ gilt.

Was haltet ihr von der ganzen Sache? Hat das Gericht richtig entschieden?

(Mark)