Kulturelle Unterschiede bei Deutung von Gesichtsausdrücken

Kulturelle Unterschiede bei Deutung von Gesichtsausdrücken

Eine neue Studie offenbart den Unterschied in der Gesichtswahrnehmung zwischen den Kulturen.

Das Team der Glasgow-Universität untersuchte die Augenbewegungen von verschiedenen Probanden bei der Analyse von Emotionen im Gesicht. Dabei konnten sie deutliche regionale Unterschiede feststellen:

Ostasiatische Versuchsteilnehmer neigten eher dazu, ihre Aufmerksamkeit auf die Augen der zu beschreibenden Personen zu richten, während westliche Teilnehmer vielmehr das gesamte Gesicht betrachteten, vermehrt auch die Mundpartien.

Es verwundert also nicht, dass die Asiaten nicht alle Emotionen voneinander unterscheiden konnten. So interpretierten sie beispielsweise oft „Angst“ als „Erstaunen“ und „Ekel“ als „Wut“.

Wenn es um soziale Annehmbarkeiten gehe, hebe dieses Ergebnis vielleicht die kulturellen Unterschiede hervor, so Dr Rachael Jack, Mitautor der in „Current Biologie“ veröffentlichten Arbeit über die Studie. Damit ließen sich möglicherweise viele interkulturelle Verständnisschwierigkeiten erklären.

Deutlich wird der Unterschied auch bei der Schreibweise von Emoticons: Westliche Zeichen konzentrieren die Aufmerksamkeit auf den Mund, während östliche die Augen ins Blickfeld ziehen. Hier ein paar Beispiele:

Ausdruck Westen Osten
fröhlich 🙂 (^_^)
traurig 🙁 (;_;) oder (T_T)
erstaunt 😮 (o.o) oder o.O

(Mark)

Tags:

  • Emoticons, Emotionen, Gesichtsausdruck, Kultur, Dr Rachael Jack, Glasgow-Universität

  • Quellen:

    1. Titelbild: ©Matthias Balzer/pixelio.de
    2. Facial expressions ’not global‘