Leere Kassen in den Kommunen: Bürger sollen helfen!

Leere Kassen in den Kommunen: Bürger sollen helfen!Manche Städte werden angesichts leerer Kassen wirklich erfinderisch. Kein Wunder, denn die Finanzierung von Kindergärten, Feuerwachen und öffentlichen Einrichtungen bereitet den Kommunen sorgen. Eine Haushaltsumfrage des Städte- und Gemeindebundes (StGB) in Nordrhein-Westfalen kommt zu dem Ergebnis, dass nicht einmal fünf Prozent der Mitgliedskommunen im Jahr 2010 ihren Haushalt ohne den Abbau von Eigenkapital ausgleichen konnten.

Da scheint die Idee des Kämmerers der Stadt Willich, Willy Kerbusch, schon fast revolutionär zu sein. Willich ist eine Kleinstadt, die etwas mehr als 50.000 Einwohner hat und die einen neuen Kindergarten im Ortsteil Schiefbahn finanzieren muss. 1,5 Millionen Euro soll der Neubau kosten, doch die Kassen der Stadt sind leer. Da entwickelte der Stadtkämmerer eine vielversprechende neue Idee: Er will seine Bürger um einen Kredit bitten. Angedacht ist, dass jeder Einzelne mindestens 5.000 Euro der Stadt leihen soll und zwar über einen festgelegten Zeitraum. Der Wehrmutstropfen ist, dass der Zinssatz, den die Kreditgeber erhalten, von der Stadt festgelegt wird und etwas unter der Verzinsung liegen wird, die auf dem Geldmarkt jeweils üblich sind.

Das schreckt die Bürger von Willich allerdings nicht ab. Sie erschienen bereit kurz nach dem Bekanntwerden der Finanzierungsidee im Rathaus von Willich um ihren Anteil zu leisten. Willy Kerbusch musste sie allerdings wieder nach Hause schicken: „Wir stecken in der Vorbereitungsphase“, sagte er als Begründung.

Quelle: rp online

von Sandra Reinfeld