Mammuts in der Tundra?

Schon bald wird es wieder möglich sein, Mammuts durch die Tundra stampfen zu sehen. Das verspricht zumindest Stephan Schuster, ein Paläogenetiker an der Pennsylvania State University in den USA. Mit seinem bekanntesten Projekt, dem „Mammoth Genome Project“ will er das Mammuterbgut rekonstruieren, die DNA bekam er aus einem Haar, welches er bei eBay für 132 Dollar ersteigert hat.

Schon etwa siebzig Prozent des Mammutgenoms wurden entziffert, man arbeitet aber immer weiter und will die Leistung nahezu perfektionieren: zehn- bis zwanzigmal soll das Genom gelesen werden, um sicherzustellen, dass keine Fehler gemacht wurden. Zwar glaubt Schuster nicht, dass das Klonen von ausgestorbenen Tieren schon heute möglich ist, jedoch vermutet er, dass der Moment bald kommen müsste. Die ersten Versuche mit Ibis-Gamsen in Spanien waren jedenfalls erfolgreich, doch mit den Mammuts ist noch etwas komplizierter, da es kein Zellmaterial mit intaktem Erbgut gibt.

Ethische Probleme sieht Stephan Schuster nicht. Schließlich gehe vom Mammuts keine Gefahr aus und es seien „gut kontrollierbare Tiere“ – woher weiß er das nur… Seiner Meinung nach würden Mammuts in Sibirien viele Vorteile bringen: Sie könnten beispielsweise als Touristenatraktion dienen, denn es gibt ja viel Platz in der Tundra.