Forschung: Menschen und Affen haben doch mehr Gemeinsamkeiten

Forschung: Menschen und Affen haben doch mehr GemeinsamkeitenDass der Mensch vom Affen abstammt ist ja hinlänglich bekannt, wenn man das auch nicht immer gerne hören möchte. Nun gibt es neue Erkenntnisse, die belegen, dass die Gemeinsamkeiten zwischen Menschen und Affen eben doch sehr groß sind.

Bislang nämlich war man davon ausgegangen, dass das Gestikulieren eine menschliche Angewohnheit ist,nämlich um den Mitmenschen etwas zu verdeutlichen. Denkt man beispielsweise an den Urlaub in einem fremden Land. Wie oft versucht man dann mit Händen und Füßen zu erklären, was man gerade möchte. Eben weil man die Sprache nicht beherrscht.

Die kanadische Forscherin, Anne Russon, die am Glendon College in Toronto arbeitet, hat herausgefunden, dass Tiere in der Wildnis mit Gesten und pantomimischen Darstellungen untereinander und auch mit Menschen kommunizieren. Dazu hatte die Forscherin Berichte und Aufzeichnungen aus den vergangenen 20 Jahren ausgewertet, die das Verhalten von Orang-Utans in Indonesien auf Borneo, die ausgewildert worden waren, beschrieben.

In ihren Ergebnissen stellte Russon fest, dass die Tiere ihre Forderungen und auch Wünsche mit Gebärden verdeutlichen können. Sie setzen pantomimische Darstellungen aber auch ein, um andere zu täuschen – um beispielsweise eine Beute zu erlegen.

Die Forscherin sieht in den Gebärden und Darstellungen durchaus Parallelen zur Sprache. Allerdings erklärte sie dazu: „Sowohl beim Menschen als auch beim Affen sind Pantomimen eine Erklärungshilfe und keine eigenen Nachricht.“

von Sandra Reinfeld