Ölpest: Top Kill-Verfahren von BP scheitert kläglich

BP oil leak in the Gulf of MexicoDer Ölmulti BP musste kleinlaut eingestehen, dass das Unternehmen “Top Kill” kläglich gescheitert ist, das bedeutet, dass sich das Öl weiter ungehindert in den Golf von Mexiko ergieβt. Der Verantwortliche der Operation, Doug Suttles, bekennt anlässlich einer Pressekonferenz: “ Wir konnten das Bohrloch nicht schlieβen.” Jetzt will der Ölkonzern, dem das Wasser bis zum Halse steht, wieder auf die alten Maβnahmen, mit denen er schon mehrfach gescheitert ist, zurückgreifen. Die schon mehrfach schiefgelaufene Kapsel-Methode soll es nun richten. Daran lässt sich zweifellos die verzweifelte Lage erkennen in denen sich der Ölkonzern derzeit befindet.

Von einer neu konstruierten Metallhaube mit der man das Öl einfangen und in ein Schiff leiten will, verspricht sich jetzt BP einen Erfolg. Suttles bekennt aber schon im Vorfeld der Anstrengungen, dass es nahezu unmöglich sein wird das Loch 100 % abdichten zu können. Mit einer Vorlaufszeit von mindestens vier Tagen muss gerechnet werden, bevor ein neuer Versuch gestartet werden kann.

Top Kill
BP hat mit dem Top Kill-Verfahren etwa 30 000 Barrel Schlamm nebst einigen anderen Materialien, darunter Müll, Reifen, Golfbälle, Plastik u. a. in das Bohrloch geschossen – alles wie es scheint umsonst. So sah es zwar anfangs danach aus, als hätte das Unternehmen Erfolg, doch sobald der Druck mit dem der Schlamm in der Loch geschossen wurde nachlieβ, drückte das Öl wieder nach oben.
Schon längst haben die Wissenschaftler ihre Kalkulationen von der Ölmenge, die täglich in den Golf von Mexiko strömt, weit nach oben korrigieren müssen. Ging man vor ein paar Wochen noch von 5 000 Barrel pro Tag aus, so sind es heute nach offiziellen Angaben zwischen 12 000 und 19 000 Barrel Öl, die täglich aus dem lecken Bohrloch strömen.

Mensch und Natur leidet
Laut Aussagen von der amerikanischen Küstenwache entwickelt sich die Ölpest für die Natur um die Küstenstreifen von Louisiana zu einem wahren Horrorszenario. Infolge der gigantischen Ölmassen, die auf die fragilen Ökosysteme treffen, verenden die Tiere zu Land zu Wasser und in der Luft in Massen. Vögel, Fische und Landtiere sind einem wahren Overkill ausgesetzt.

Die Fischerei wurde zeitweise komplett ausgesetzt, was einen enormen Einnahmeverlust für die Beteiligten bedeutet, überdies wird von ersten Krankheitsfällen, die in Zusammenhang mit der Ölkatastrophe stehen, berichtet.

von Martin Richard Schmitt