Mindestens 35 Menschen bei Selbstmordanschlag in Moskau getötet

Der Terror hat die russische Stadt Mokau wieder im Griff, und ausgerechnet an ihrer verwundbarsten Stelle in der U-Bahn hat er mit voller Wucht zugeschlagen. In Zeiten des dichtesten Verkehrsaufkommens haben zwei Bombenanschläge innerhalb von einer halben Stunde mindestens 35 Todesopfer, viele Verletzte und ein maximales Chaos in der Stadt ausgelöst. Täglich wird die U-Bahn in Moskau von 9 Millionen Menschen benutzt.
Die erste Bombe ging an der U-Bahnstation Liublianka um 7:56 Ortszeit in die Luft, die Haltestelle liegt unter dem Hauptquartier des russischen Geheimdienstes FSB, des vormaligen berüchtigten KGB.

Die zweite Explosion ereignete sich um 8:40 im Kulturpark. Bei der ersten Explosion  kamen laut offiziellen Angaben 23 Menschen ums Leben und weitere 18 wurden zum Teil schwer verletzt. Die zweite Explosion forderte 12 Todesopfer und 15 Verletzte. In beiden Fällen explodierten die Bomben im Inneren von den Zügen gerade in dem Moment, als sie Waggons an den Haltestellen standen. Die Explosionen forderte ihre Opfe sowohl unter den Fahrgästen als auch unter den drauβen wartenden Passagieren.
Laut der Staatsanwaltschaft und der Presseagentur Interfax handelt es sich um zwei Selbstmordattentate, die möglicherweise von zwei Frauen ausgeführt wurden. Dabei hatten die Frauen den Sprengstoff an ihren Körpern fiixiert.

Der erste Angriff kann als ein symbolischer Akt gegen die Antiterroraktionen des Staates angesehen werden. Experten in Moskau gehen davon aus, dass es sich bei den Tätern um islamistische Untergrundkämpferinnen aus dem Nordkaukasus handeln könnte. Die Russischen Sicherheitskräfte hatten in der Konfliktregion, die zu dem früheren Kriegsgebiet Tschetschenien gehört, in den vergangenen Wochen mehrere Rebellen getötet. Die Planung solcher Einsätze in der Krisenregion werden massgeblich von dem Geheimdienst FSB gesteuert.
Erst kürzlich wurde einer der führenden Köpfe der Rebellen, Said Buriatski, bei einem Einsatz des FSB getötet. Er galt als Drahtzieher für viele Anschläge in der Vergangenheit in Russland. Unter anderem für den Anschlag am 27. November 2009 auf den Zug Nevski, der zwischen Petersburg und Moskau verkehrt. Bei der Attacke starben 28 Menschen.

Quelle: www.elpais.com

von Martin Richard Schmitt