Muslim-Chef in Genf hält Steinigung von Sakineh Mohammadi Ashtiani für gerecht

Die bevorstehende Steinigung von Sakineh Mohammadi Ashtiani, einer 43-jährigen Iranerin, die wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt worden ist, bewegt weiterhin die Gemüter in aller Welt. Auch hohe Politiker in aller Welt kämpfen um das Leben der Iranerin. Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner wandte sich direkt mit einem Appell an die iranische Regierung: Die Verurteilung Ashtianis sei „der Gipfel der Barbarei“ und „ein Rückfall ins Mittelalter“.

Selbst im Vatikan gedenkt man Schritte gegen die Vollstreckung des Urteils zu unternehmen.

Einen jedoch lässt die Sache ziemlich kalt. Hani Ramadan ist der umstrittene Direktor des Islamischen Zentrums in Genf. Der Enkel des Gründes der ägyptischen Muslimbruderschaft verweist bei der Steinigung auf den Abschreckungseffekt. Er versucht das Vorgehen der iranischen Regierung ins rechte Licht zu setzen und meint dazu in der Zeitung “Le Matin”: “Das Steinigungsurteil dient vor allem der Abschreckung.» Werde dagegen «eine Bombe auf eine muslimische Stadt in Irak oder Afghanistan abgeworfen, dann gehört das nicht zur Abschreckung, sondern zur Realität”.

Für den Gottesmann gilt die Steinigung bei Ehebruch als “göttliches Gesetz”. Das hat er schon einmal in der französischen Zeitung “Le Monde” im Jahre 2002 geäuβert. Damals rechtfertigte der mittlerweile von der Stadt Genf entlassene Ramada die Steinigung einer Frau in Nigeria.

Einen gewaltigen Haken hat das Urteil, denn, die für das Urteil so wichtigen glaubwürdigen Augenzeugen, die den angeblichen Mord an ihrem Ehemann bezeugen, existieren nicht. Einzig und allein ein unter der Folter erzwungenes “Geständnis “ von Sakineh Mohammadi Ashtiani “beweist” deren Schuld.

Quelle: bernerzeitung

von Martin Richard Schmitt