Muss Gutenberg gehen weil er seinen Job gut macht?

Pressure Builds on Merkel and Defense Minister On Afghan Airstrike

Berlin/Bundestag – Die Kunduz-Affäre nimmt ungeahnte Ausmaße an. Der Druck gegen den Verteidigungsminister Gutenberg (CSU) wird immer größer, nicht zuletzt durch die belastenden Aussagen des Generalinspekteur Schneiderhan, der ihn in aller Öffentlichkeit als Lügner dargestellt hat. Nach dem Gutenberg in den vergangenen Wochen den Luftangriff in Kunduz für „militärisch angemessen“ erklärte und seine Aussage dann kurze Zeit später korrigierte, ging in Deutschland eine große Welle der Empörung los. Auch in der Politik schlug dies auf große Wellen. Schnell wurde Gutenberg als „Lügner“ abgewertet, doch es scheint nicht wirklich um die Kunduz-Affäre zu gehen.

Viele Politker fordern den Rücktritt des jungen Verteidigungsministers. Doch hat dies etwa ganz andere Gründe? Schnell wird klar, dass viele Politiker im Bundestag die Gunst der Stunde nutzen wollen, vor allem die Anhänger der SPD. Gutenberg wurde dieses Jahr zum beliebtesten Politiker der Deutschen und stellt seitdem eine große Gefahr für einige Politiker dar. Das passt einigen Parteien natürlich überhaupt nicht in den Kragen. Wenn Gutenberg tatsächlich der Politik den Rücken zukehren sollte, würden viele Politiker im Bundestag davon profitieren. Die Frage aber ist, wieso sollte Gutenberg überhaupt lügen? Er wäre sich doch über die Konsequenzen bewusst. In seiner Regierungszeit zeigte Gutenberg hervorangende persönliche Eigenschaften. Nicht umsonst wurde er zum beliebtesten Politiker. Was hat Gutenberg falsch gemacht?

Man muss sich bewusst machen, dass jeder Mensch Fehler macht. Selbst wenn Gutenberg erst von „militärisch angemessen“ sprach, so hat er seine Aussage doch korrigiert. Es wäre wirklich verherend gewesen, wenn er beim „militärisch angemessen“ geblieben wäre. Die Politik gehe von Populismus seitens Gutenbergs aus. Er wollte nur den Soldaten einen Gefallen tun und sich auch damit den Status als beliebtester Politiker beibehalten, so das Denken vieler Politiker. Wenn es dem so wäre, aus welchen Gründen hat der Generalinspekteur Schneiderhan Gutenberg nach seiner belastenden Aussage „Gutenberg sei zum Zeitpunkt seiner Einschätzung über alles informiert“ Gutenberg doch in den Schutz genommen, dass ihm wahrscheinlich wirklich Dokumente vorenhalten wurden? Das ergibt doch irgendwie keinen Sinn.

Wenn es so gewesen wäre, dass Gutenberg den Luftangriff in Kunduz als „angemessen“ eingestuft hätte und sich danach nicht berichtigt hätte, obwohl es offensichtlich nicht der Fall sei, dann könnte man auch den Wind gegen Gutenberg verstehen. Auch wenn Gutenberg wirklich einen Fehler gemacht hat: Menschen machen nun mal Fehler. Kein Mensch ist perfekt oder wer kann es von sich schon behaupten? Gutenberg scheint einen guten Job zu machen und die Wahrheit zu sagen, ansonsten wäre er schon längst zurückgetreten, wie es z.B. viele Politiker in der Geschichte der Bundesrepublik getan haben. Die Kunduz-Affäre wird aus meiner Sicht nur als Gelegenheit genutzt, um Gutenberg vom Tron zu stoßen. Auf jeden Fall ist dieser Fall sehr verstrickt. Keiner weiß wirklich so genau, was wirklich wahr ist und was nicht. Da reicht es nicht, Gutenbergs Kopf rollen zu lassen, denn ohne richtige Anhaltspunkte sei dies einfach nur barbarisch und primitiv. Was ist, wenn Schneiderhan über seine Entlassung einfach nur sauer war und Gutenberg deshalb belastet hat, um wieder auf seinen Posten zu kommen? Wer hat denn nun Recht?

Igor

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Gutenberg, Kunduz, Schneiderhan, Politik