Mutmaβlicher ETA-Anführer Mikel Kabikoitz Karrera Sarobe in Frankreich verhaftet

Handout photograph of arrested ETA suspect Mikel Kabikoitz

In der französischen Hafenstadt Bayonne haben laut der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag spanische und französische Polizeieinheiten einen mutmaβlichen ETA-Anführer verhaftet. Französische Polizeiquellen berichten von drei Verhaftungen, darunter zwei Männer und eine Frau. Nach Einschätzungen der Guardia Civil und der französischen Gendarmerie befindet sich unter den Verhafteten auch die Nummer 1 der baskischen Separatistenorganisation ETA, Mikel Kabikoitz Carrera Sarobe, alias Ata.

Die Polizeieinheiten schlugen während eines Zusammentreffens des militanten Blocks der Gruppe zu. Gleichzeitig verhaftete die Polizei eine vierte Person mit französischer Nationalität in der Ortschaft Urrugne, ganz in der Nähe von Saint-Jean-de-Luz.

Mikel Kabikoitz Carrera Sarobe konvertierte laut Polizeiangaben nach der Verhaftung des vormaligen ETA-Anführers Ibon Gogeascoechea im Frühjahr diesen Jahres zum mutmaβlichen Anführer der Terrorgruppe.

Ein weiterer Festgenommener ist laut spanischen Presseberichten der mit dem Mord an einem französischen Polizisten in Verbindung stehende Arkaitz Aguirregaviria.

Der Erfolg des Unternehmens ist auf eine enge Zusammenarbeit der Polizeibehörden, sowie der Geheimdienste aus beiden Ländern zurückzuführen.

Seit dem Jahr 2008 gelang es den Polizeiheiten in beiden Ländern zahlreiche Verhaftungen unter der ETA durchzuführen. Allein im Jahr 2010 war die Fahndung 50 mal erfolgreich. Schwer angeschlagen ist derzeit die Führungsspitze der Separatistenorganisation.
Nach der Verhaftung von Gogeascoetxea verlor das Oberkommando der ETA schon ihren fünften Kopf innerhalb von zwei Jahren. Mit der Festnahme von Ata gelang binnen kürzester Zeit ein weiterer Schlag gegen den militanten ETA-Flügel.

Die Seperatistenorganisation ETA (Euskadi Ta Askatasuna, baskisch für Baskenland und Freiheit) wurde im Jahr 1959 ursprünglich als eine Widerstandsbewegung gegen die Franco-Diktatur gegründet, die damals noch eine gewisse Sympathie in der Bevölkerung genoss. Im Laufe der Zeit kam es jedoch zu einem Gesinnungswandel, der eine Loslösung des Baskenlandes von Spanien forderte. Dabei greift die Untergrundorganisation auf militante Mittel zurück. Attentate in Form von Bombenanschlägen und Erschieβungen sind gängige Mittel der Gruppe, die sich damit jedoch selbst der Unterstützung aus dem Volk beraubt hat.

Nach einer Waffenruhe in der Mitte des Jahrzehntes  schlägt die ETA seit geraumer Zeit wieder gewaltsam zu. Insgesamt kamen in den Jahren von 1960 bis 2008 823 Menschen durch die ETA ums Leben, darunter viele Polizisten und Politiker.

Quelle: yahoo.com

von Martin Richard Schmitt