NRW: Das Ende der Studienkollegs ist nah

NRW: Das Ende der Studienkollegs ist nahViele ausländische Schulabgänger träumen davon, in Deutschland zu studieren. Bislang konnten sie sich dafür in Nordrhein-Westfalen an Studienkollegs auf ihr Studium vorbereiten. Doch die bisherige Landesregierung unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat beschlossen, die Studienkollegs zum 31. Juli dieses Jahres auslaufen zu lassen.

Die neue Landesregierung unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, „das Auslaufen der Studienkollegs zu stoppen“. Von diesem Stoppsignal ist allerdings bis heute nichts zu erkennen. Ein Regierungssprecher sagte dazu: „Die Auflösung der Studienkollegs ist beschlossen.“ Und dabei wäre der Stopp ganz einfach herbeizuführen. Ein einfacher Kabinettsbeschluss würde schon reichen.

Bislang funktionierten die Vorbereitungen auf ein Studium in Deutschland so, dass in Studienkollegs ungefähr 4000 Studienbewerber aus dem Ausland in zwei Semestern auf Abiturniveau gebracht wurden. Diese Arbeit haben Lehrer aus dem ganz normalen Schuldienst übernommen. Nach und nach hatte die bisherige Landesregierung die Plätze gestrichen. Die 93 Lehrer werden nun im kommenden Schuljahr ihren Dienst an den Gymnasien wieder aufnehmen.

Eine Alternative zur Vorbereitung auf das Studium in Deutschland könnte die „Preparation Class“ sein. Die Fachhochschule Köln bietet diese in einem Modellversuch an. Allerdings kostet die Teilnahme an dem zehnmonatigen Kurs 5.000 Euro. Die Gebühren an der Fachhochsule Aachen für das Freshman Year liegen sogar bei 16.000 Euro. Man kann davon ausgehen, dass sich Bewerber für ein Studium, die aus einem Schwachwährungsland kommen, einen solchen „Vorbereitungskurs“ nicht leisten können.

von Sandra Reinfeld