Obama: „BP wird für die Umweltkatastrophe zahlen!“

Barack Obama: BP wird für die Umweltkatastrophe zahlen!

Obama bittet BP zur Kasse

WASHINGTON – Ganz harte Worte nimmt der amerikanische Präsident Barak Obama in den Mund, wenn es um die Schuldfrage und die Kosten der Umweltkatastrophe geht, die durch eine Explosion auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ verursacht wurden. Für Obama ist mit dem Ölkonzern BP der Schuldige auch schon gefunden und nach seinen Worten wird dieser für alles geradestehen müssen. Die Frage stellt sich nur noch, kann man mit Geld überhaupt einen solches Umweltdesaster bewerten?

Die amerikanische Regierung will zwar alles in ihrer Kraft stehende tun, um den immer näherrückenden Ölteppich von den ökologisch fragilen Küstenregionen im Bundesstaat Louisiana fernzuhalten, doch wird die Hauptlast der Kosten bei dem Ölkonzern liegen.

Derweil erhöht die amerikanische Regierung den Druck auf den Konzern und beschuldigt ihn, sich nicht genügend zu engagieren. Hinzu kommen allerdings momentan noch die schlechten Wetterbedingungen, die ein effizientes Handeln schier unmöglich machen.

Die loklen Fischereibetriebe äuβern sich gegenüber dem Präsidenten, der sich zu einem Kurzbesuch in die betroffene Region aufmachte, frustriert und enttäuscht über die Rettungsmassnahmen. Sie haben einen Exklusivvertrag mit BP abgeschlossen, geeignete Barrieren gegen die Ölpest aufzubauen, doch fehlt es ihrer Meinung nach an der Koordination und dem nötigen Einsatzwillen des Konzerns.

Mittlerweile hat der Ölteppich die Dimension on 200 Kilometer Länge  und 110 Kilometer Breite angenommen. Täglich ergieβen sich über 800 000 Liter zusätzliches Öl durch die immer noch offenen Lecks aus der gesunkenen Ölplattform in die See. Es wird schwierig die Lecks zu stopfen; eines befindet sich in einer Tiefe von 1,6 Kilometern.
Die Kosten für die Reinigungsarbeiten und die Eindämmung belaufen sich nach Berechnungen der englischen Tageszeitung „Mail on Sunday“ auf  4,6 Milliarden Dollar. An den Kosten kann es denoch nicht liegen. BP hat gerade seinen Gewinn für das erste Quartal verdoppelt, und für den Untergang der Bohrinsel kommen die Versicherungen ( Munich RE und Hannover Rück) auf, „nur“ die Umweltschäden muss BP selbst zahlen. Langfristig gesehen könnte der Konzern durch steigende Ölpreise sogar an der Katastrophe zusätzlich verdienen.

Die betroffene Zone gilt als eine der arten- und fischreichsten Gebiete der Erde, in der Hunderte von Spezien ihren angestammten Lebensraum haben.

von Martin Richard Schmitt