Opel in der Krise – gibt es doch staatliche Hilfen?

A German flag flatters in the wind in front of the Opel headquarters in Ruesselsheim June 9, 2010. A steering committee for financial aid assistance are discussing the options to help German car manufacturer Opel GmbH, a subsidiary firm of U.S. company General Motors (GM). REUTERS/Ralph Orlowski (GERMANY - Tags: BUSINESS TRANSPORT)Die Hoffnung von Opel auf staatliche Hilfen hatte sich gestern zunächst scheinbar erledigt. Gestern hat Wirtschaftsminister Rainer Brüderle eine Staatsbürgschaft abgelehnt. Diese Kreditbürgschaft aus dem Deutschlandfonds hätte eine Höhe von 1,1 Milliarden Euro gehabt. Einem Bericht der Welt Online zufolge sagte Brüderle dazu: „Opels Mutterkonzern General Motors steht deutlich besser dar, als vor der Insolvenz und verfügt über die nötigen Mittel, die Europa-Tochter aus eigner Kraft zu sanieren.“

Für diese Entscheidung musste sich der Minister einige Kritik gefallen lassen. So zeigte sich beispielsweise die Wirtschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen, Christa Thoben, enttäuscht von der Entscheidung. Ihrer Meinung nach sei eine Bürgschaft weiterhin notwendig.

Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel doch noch Hoffnung hat, staatliche Hilfen für den angeschlagenen Autobauer zu realisieren. Sie trifft sich heute mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Opel-Standorten, um darüber zu beraten. Merkel sagte dazu: „Ich glaube, es ist klar, dass in der Koalition über diese Fragen unterschiedliche Meinungen herrschen. Das ist nicht erst seit gestern so.“ Thüringen hat im Übrigen schon in Aussicht gestellt, finanzielle Hilfe zu leisten.

Der Chef von Opel, Nick Reilly konnte seine Enttäuschung über die Entscheidung von Minister Brüderle nicht verbergen, dennoch hat er noch die Hoffnung, dass das heutige Treffen der Ministerpräsidenten ein positives Ergebnis bringen wird.

von Sandra Reinfeld