Doping – Pevenage belastet Radsportszene

Doping - Pevenage belastet Radsportszene

Nicht, dass es noch einer Erklärung bedarf. Die Faktenlage ist ohnehin ziemlich eindeutig und die Radsportszene wird seit über zehn Jahren von Dopingfällen heimgesucht. Nun packt auch Rudy Pevenage aus und berichtet offen über die Doping-Praxis beim Team Telekom.

Der 56-jährige war jahrelang Sportlicher Leiter bei dem Rennstall und eine lange Zeit zudem persönlicher Betreuer von Jan Ullrich. In einem Interview mit der „L’Equipe“ packte er nun aus und belastete seinen ehemaligen Schützling sowie die gesamte Radsportszene schwer.

Leumütig gab er zu, dass er persönlich die Reisen von Ullrich zu Eufemiano Fuentes organisierte. Der Arzt aus Madrid steht schwer unter Beschuss und gilt als die wichtigste Person im Doping der letzten Jahre. Bei Fuentes wurden vor Jahren unzählige Blutkonserven gefunden, die mehr oder minder nachweisbar bekannten Radsportlern zugeordnet wurden. In der Liste der Kunden befinden sich Fahrer, wie Ivan Basso, Alberto Contador und auch Jan Ullrich.

Gerade der Deutsche hatte lange Doping abgestritten. Doch ein DNA-Test bewies, dass einer der größten deutschen Radsportler der Geschichte sein Blut in Madrid gelagert hatte. Während dieser Skandal mittlerweile abgeschlossen scheint, belastet Pevenage in dem Interview noch weitere Fahrer.

Ohne alle Namen zu nennen, weiß er von einem Großteil Profis, die damals ebenfalls gedopt waren und heute teilweise noch vorne im Fahrerfeld mitmischen. Besonders Armstrong belastet der ehemalige Sportchef hart. Gerade dessen Dominanz bei der Tour de France (siegte von 1999 bis 2005 sieben Mal in Folge) hätte das Team Telekom/T-Mobile in Zugzwang gebracht. Sicher scheint, dass nicht alle Dopingsünder überführt und bestraft wurden.

Die Tour de France 2010 blieb bisher ohne offiziellen Dopingfall. Doch das Interview von Pevenage rückt das Thema erneut in den Vordergrund.

Quelle: Welt

von Andre Gierke