Rio de Janeiro: Julia Lira (7 Jahre) provoziert einen Skandal

Rio de Janeiro: Julia Lira (7 Jahre) provoziert einen Skandal

BRAZILIEN/RIO DE JANEIRO – Das 7-Jährige Mädchen Julia Lira wollte in der kommenden Woche zur Sambakönigin gewählt werden, doch ihre Nominierung provozierte jetzt einen Skandal in Rio de Janeiro. Julia Lira hat sich nicht etwa einer platischen Operation unterzogen, sie ist einfach zu jung. Kaum sieben Jahre alt ist das kleine Mädchen. Eine staatliche Agentur zum Schutz von Kindern hatte jetzt Einspruch gegen die Teilnahme der kleinen Sambatänzerin erhoben.

Die Kontroverse ging soweit, dass eine Richterin derzeit untersucht, ob es möglich ist, die Teilnahme von Julia an dem Wettbewerb zu verhindern. Laut der Ansicht der Agentur, sei Julia Lira zu jung für diesen Part, der traditionell reiferen, äußerst attraktiven Frauen vorbehalten sei. Der Vater der kleinen Sambatänzerin ist der Präsident der berühmten Sambagruppe Viradouro und ganz gegenteiliger Meinung. Seine Tochter besitze ein natürliches Talent und könne locker die knapp eineinhalbstündige Show in der Hitze von Rio durchziehen. Andere Stimmen hindoch liessen verlauten, dass wenn ein Mann ein siebenjähriges Mädchen sehen will, er doch besser beim Arzt aufgehoben sei.

Gerade hier liegt der Knackpunkt in dem Streit, denn die sensitive Frauenrolle, den die Sambatänzerinnen beim südamerikanischen Karneval innehaben passt nicht zur der minderjährigen Julia. Auch wenn das Mädchen nicht ganz so freizügig wie viele andere Tänzerinnen auftritt, so lässt es nach der Ansicht der Behörde zu viel Offenheit zu.

Gerade in den letzten Jahren geriet Brasilien immer wieder wegen der sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen in die Schlagzeilen. Und mit der Erlaubnis Julia an diesem Wettbewerb teilnehmen zu lassen, würde sich die Lage nicht verbessern.

Die Sambatruppe Viradouro, die 1997 den Preis für die beste Gruppe erhielt, hat schon mehrfach für Aufsehen und Kontroversen gesorgt. So hatte im Jahr 2008 ein Richter verhindert, dass ein Tänzer der Gruppe als Adolf Hitler auftrat. Schlimmer noch, der Tänzer sollte in einem Wagen voll nakter Menschen fungieren, die die Opfer des Holocausts darstellten. Das endgültige Urteil wird für die kommende Woche erwartet.

Quelle: Dailymail

von Martin Richard Schmitt