Roman Polanski in einem neuen Vergewaltigungsfall verwickelt?

Roman Polanski in einem neuen Vergewaltigungsfall verwickelt?

Die englische Schauspielerin Charlotte Lewis, die 1986 zusammen mit dem in Polen geborenen Regisseur Roman Polanski den Film “Piraten” gedreht hatte, beschuldigte am Freitag Polanski sie im Alter von 16 Jahren damals in Paris sexuell missbraucht zu haben.

Die Anschluldigung der britischen Schauspielerin kommt für den wegen eines ähnlichen Deliktes unter Druck stehenden Regisseurs nicht gerade zu einem günstigen Zeitpunkt.

Die Staatsanwaltschaft im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien wartet derzeit auf die Auslieferung von Polanski aus der Schweiz. Der Regisseur muss sich wegen der Vergewaltigung einer Minderjährigen im Jahre 1977 im Hause des amerikanischen Schauspielers Jack Nicholson vor einem Gericht verantworten.

Pressekonferenz

Die exotische Schauspielerin, deren Mutter irischer und deren Vater irakischer Herkunft ist, sagte in einem Interview im Beisein ihrer Anwältin Gloria Allred aus, dass Herr Polanski über ihr Alter Bescheid wusste, als er sie damals in seinem Appartement in Paris missbraucht hat. Die heute 42 –Jährige Charlotte Lewis schildert weiter, dass Polanski sie auf die schlimmste Weise missbraucht habe, und dass sie seither mit den Konsequenzen aufgrund seines Verhaltens leben müsse.

Die Anwälte von Roman Polanski wissen von diesem Vorfall angeblich nichts.

Lewis will laut ihrer Anwältin diese Behauptungen unter Eid aussagen. Ferner wies Lewis darauf hin, dass sie auf eigene Kosten nach Los Angeles gekommen sei, um Polanski zur Rechenschaft zu ziehen. Wörtlich sagte sie: «Mr. Polanski erhält, was er verdient».

Wie von Rechtsexperten zu erfahren ist, könnten sich diese Vorwürfe durchaus negativ auf die bevorstehende Verhandlung gegen Roman Polanski auswirken. Möglicherweise wird sich die Anklage die Beschuldigungen gegen den Starregiesseur (das Piano) zunutze machen.

Polanski, der sich, bezogen auf den mehr als 30 Jahre zurückliegenden Vergewaltigungsfall gegenüber einer 13-Jährigen, keiner Schuld bewusst ist und auch keine Reue zeigt, betrachtet das Vorgehen der amerikanischen Justiz eher als einen privaten Rachefeldzug gegen seine Person. Paradoxerweise bekannte sich Polanski seinerzeits schuldig und verbrachte 6 Wochen in einer Nervenheilanstalt. Kurz bevor es zum Prozess kam floh er jedoch aus Angst vor einer langen Haftstrafe Hals über Kopf nach Frankreich.

von Martin Richard Schmitt