Medienmogul Rupert Murdoch macht Times kostenpflichtig

Rupert Murdoch discuss future of journalism in WashingtonAb Ende Juni werden die bekanntesten englischen Online-Zeitungen „The Times“ und „The Sunday Times“ kostenpflichtig werden. Laut einer Notiz im „Guardian“ sollen weitere Zeitungsobjekte des Murdoch-Verlages wie „Sun“ und „News of the World“, im Laufe des Jahres folgen.

In Deutschland sind es bisher nur die Springer-Blätter „Hamburger Abendblatt“ und „Berliner Morgenpost“, die Gebühren für ihre lokale Berichterstattung erheben.

Leitet Murdoch damit wie in der Musikbranche einen neuen Trend ein oder begibt er sich mit der Idee auf´s Glatteis?

Sicher ist, dass Murdoch jeden Zugang zu Informationen, Chroniken, Reportagen und Meinungen nur gegen Zahlung eines Abos freigeben wird. Dabei hat sich herauskristallisiert, dass es zwei Angebote geben soll. Den Zugang zu den Infos für 1 Pfund pro Tag oder für zwei Pfund für die ganze Woche.

Suchmaschinen oder Nachrichtenseiten wie Google News werden keinen Zugang mehr zu den Seiten haben. In Amerika sind diese Vorgehensweisen von Murdoch schon bekannt, so wird man ohne ein Abo keine Informationen auf den Seiten „The Wall Street Journal“ und der „Financial Times“ bekommen. Die Besitzer der „New York Times“ planen ein ähnliches Geschäftsgebahren für Anfang 2011.

Murdoch gegen freien Zugang zu Nachrichten

Murdoch spricht sich absolut gegen den freien Zugang zu Nachrichten aus. Bei einem Besuch in Washington erklärte der Australier: „Wir werden den Leuten von Google, Microsoft oder wem auch immer den freien Zugang zu Nachrichten verwehren.”

Die Anwälte von Google halten dagegen und verweisen darauf, dass es sich hier lediglich um eine Plattform handele, und nicht um eine Konkurrenz für die Zeitschriften.

So ganz stimmt das nicht, denn laut einer Umfrage der Firma Outsell, die im Januar knapp 3 000 Leser befragt hat, gaben 44 % an, nicht via Google News auf eine Nachrichtenseite überzugehen, sondern nur den Titel einer Nachricht zu lesen und die Fotos zu schauen. Andererseits bestätigten 57 Prozent der Befragten die aktuellsten Nachrichten ausnahmslos aus dem Internet zu erlangen.

Laut der Studie ist die ultimative Neuigkeit der Grund für die Leser in eine Oneline-Zeitung zu schauen, hinzu kommt das Prestige einer Zeitschrift.

Viele Leser lieβen in Kommentaren ihrem Unmut schon freien Lauf, andere wiederum verweisen darauf, dass es jederzeit genügend Alternativen im Internet gibt.

von Martin Richard Schmitt