Sadhus – Leben als Asket

Sadhus - Leben als Asket

Sadhus sind indische Wandermönche, die in Abgeschiedenheit leben und nach Erleuchtung streben. Laut dem Hinduismus kann man die Erleuchtung erst nach sehr vielen Wiedergeburten erlangen, Sadhus hingegen wollen sie innerhalb eines Lebens.

Leben ist Leiden und nur durch die Erleuchtung gelangt man ins Nirvana und wird eins mit dem Universum, man entkommt dem Leiden und dem unendlichen Kreislauf der Wiedergeburten.

Etwa ein halbes Prozent der indischen Bevölkerung sind Sadhus. Sie ziehen durch das Land, bekommen hin und wieder von den Einheimischen Nahrung oder finden selbst welche. Die meiste Zeit meditieren sie oder führen Übungen zur Stärkung des Körpers und zur Abhärtung des Willens durch. Manche halten den Arm so lange hoch, bis er einem Ast ähnelt. Westliche Ärzte würde sagen, dass so etwas unmöglich ist, denn schließlich können die Muskeln den Arm irgendwann nicht halten.

Doch gerade darum geht es: Der Sadhu kämpft mit seiner Willenskraft gegen die Natur an, er sagt sich „Ich kann das, ich kann das, ich kann das“ und nach vielen Jahren spürt er den Schmerz nicht mehr, so sagt man zumindest. Dadurch, dass der Asket die Natur mit seinem Willen besiegt, kommt er der Erleuchtung ein Stück näher.

Dokumentation über Sadhus

Die Natur der Sadhus hat mich fasziniert, sie sind einerseits spirituelle Menschen, andererseits sind sie auch voller Widersprüche. Es verwundert nicht, dass sie ständig kiffen (der Gott den sie anbeten, Shiva, benutzt auch Rauschmittel um besser zu meditieren). Viele von ihnen führen gezielt ein Leben gegen alle Normen und Sitten und wenn sie selbst den Materialismus anprangern, so gibt es bei ihnen nichts umsonst. Sie erscheinen oft korrupt und geldgierig, einige sind einfach nur kindisch, andere strahlen Weisheit und Ruhe aus.