Schadet rotes Fleisch der Gesundheit?

Schadet rotes Fleisch der Gesundheit

Ist rohes Fleisch ungesund?

© ranger82 / Flickr

Fördert der Verzehr von rohem Fleisch das Krebsrisiko?

Die Beantwortung der Frage führt derzeit in England zu einem Streit zwischen der einheimischen Fleischindustrie und den Gesundheitsexperten. Letztere versichern, dass der Konsum von rotem bzw. rohem Fleisch mit einem erhöhten Risiko an Darmkrebs zu erkranken verbunden ist.

Der World Cancer Research Fund (WCRF) weist darauf hin, dass es seit der Veröffentlichung eines Berichtes im Jahr 2007 genügend Beweise dafür gibt. Der Organisation English Beef and Lamb Executive (Eblex) sind diese Aussagen jedoch ein Dorn im Auge. Für sie sind die Aussagen der Wissenschaftler zu vage und bedürfen weiterer Beweise, unabhängige Forscher können derzeit gegenteilige Behauptungen aufstellen. Der WCRF hat auch schon „kleinere“ Fehler in dem besagten Bericht zugegeben, die in Zusammenhang mit dem Verzehr von rohem Fleisch und Krebs stehen. Ansonsten jedoch, so der WCRF, basiere der Bericht auf soliden Forschungsergebnissen.
Die Empfehlungen gehen dahin, dass der Konsum von rotem Fleisch möglichst moderat erfogen soll, wobei auf den Verzehr von Schinken und Salami gänzlich verzichtet werden sollte.

Der Streit der beiden Partein wurde durch eine Ernährungskommision der britischen Regierung ausgelöst, die sich auf die Aussagen des WCRF berufen hatte. Für Eblex jedoch bedeuten gerade diese Feststellungen keine eindeutig verlässliche Referenz. Eblex beruft sich dabei auf die Aussagen des australischen Professors Steward Truswell von der Universität in Sidney, der im vergangenen Jahr in der Zeitschrift American Journal of Clinical Nutrition die Fragwürdigkeit einiger Untersuchungen hervorgehoben hatte.

Ein weiterer Bericht aus dem vergangenen Jahr, erschienen in der gleichen Zeitschrift, überraschte die Wissenschaftswelt. In einer Untersuchung, die im englischen Oxford durchgeführt wurde, und an der 65.000 Personen beteiligt waren, kam heraus, dass die Vegetarianer, die wie man annehmen sollte gegen Darmkrebs besser geschützt seien, eher vielmehr dazu neigen von diesem befallen zu werden. Diese Ergebnisse widersprachen völlig den alten Untersuchungen und der langläufigen Meinung.

Jetzt stehen die Forscher vor einem Rätsel und niemand kennt die Wahrheit. Klar ist für die Forscher, dass ein Zusammenhang zwischen Alkohol, Übergewicht und Krebs besteht, doch mit der Nahrung verhält es sich wesentlich komplexer. Ein Grund könnte sein, dass Vegetarianer weniger Milchprodukte zu sich nehmen, die hilfreich im Kampf gegen den Darmkrebs sind.

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Martin

BBC UK

Krebsrisiko, Ernährung, Fleisch, Verzehr, Konsum

von Martin Richard Schmitt