Science: Hoffnung für Blinde

Der amerikanische Neurobiologe Ed Boyden hat schon vor einigen Jahren mit seiner Methode, Photorezeptoren lichtempfindlicher zu machen, die Fachwelt in Staunen versetzt. Seine Theorien haben große Hoffnungen geweckt, nun wurden sie mit Boydens neuem Durchbruch übertroffen.

Inzwischen arbeitet der Wissenschaftler am MIT, innerhalb der letzten Jahre hat er und seine Forschungsgruppe erstaunliche Fortschritte gemacht und seine Technologie wurde schon erfolgreich an Affen getestet.

Retinitis pigmentosa soll nun als erste Krankheit angegangen werden. Bei dieser Krankheit sterben die Netzhautzelle langsam ab, zuerst die Stäbchen, die für das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich sind und dann die Zapfen, die das Farbsehen ermöglichen. Schließlich erblinden die Erkrankten.

Der Ansatz den Boydens Technologie nutzt sieht folgendermaßen aus: Ziel ist es, in den Photorezeptoren des menschlichen Auges lichtempfindliche Proteine, ähnlich den der Algen, künstlich erzeugen zu lassen. Man nennt dieses Wunderprotein Kanalrhodopsin. Nun baut man ein spezielles Gen, welches für die Produktion dieses Proteins zuständig ist, in die DNA der Lichtzellen ein. Daraufhin können diese das Kanalrhodopsin produzieren, es lagert sich auf der Zellmembran ein und öffnet oder schließt die Natriumkanäle, um somit Informationen über die Beleuchtungstärke an das Gehirn zu senden (sehr kurz zusammengefasst:).

Im April wurden die Ergebnisse der Versuche an Affen veröffentlicht: „Weil es sich um ein Algenprotein handelt, muss man prüfen, ob es in Tieren eine Immunreaktion hervorruft und ob der Effekt über einen längeren Zeitraum stabil ist“, sagte Boyden. Bisher konnten keine Immunreaktioinen auf das Protein nachgewiesen werden.

(Mark)

Quellen:

  1. Hoffnung für Blinde heise.de