Science: Strom ohne Kabel übertragen

Grundsätzlich ist diese Idee nicht neu, schon der berühmte Wissenschaftler Nikola Tesla versuchte am Anfang des 20. Jahrhunderts Strom durch die Luft zu schicken. Er ließ auf Long Island einen Turm aufrichten, um mit Hilfe von Radiowellen Strom um die ganze Welt zu senden. Auf diesem Gebiet hatte er jedoch keinen Erfolg, sein Projekt wurde nie fertiggestellt, wie so oft fehlte das Geld.

Durch Teslas Radiowellen ist es theoretisch möglich Energie zu übertragen, jedoch praktisch ungeeignet. Durch die Radiowellen verteilt sich die Energie gleichmäßig im Raum, sodass beim Empfänger nur ein winziger Teil ankommt.

Nun jedoch hat es ein Mann geschafft, Teslas Traum – Strom über die Luft zu übertragen – zu verwirklichen. Sein Name ist Marin Soljacic, Professor für Physik am Massachusetts Institute of Technologie.

Ein talentierter Wissenschaftler, der 2008 den „Preis für Genies“, 500000 Dollar zur freien Verfügung, erhalten hat. Seine Theorie wurde schon von vielen Wissenschaftlern begutachtet und auch in Science veröffentlicht. Im Sommer 2007 hat er es geschafft den Strom zwei Meter weit durch die Luft fließen zu lassen, um damit eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen.

Seine Erfindung sieht folgendermaßen aus: Eine stromdurchflossene Spule sendet ein pulsierendes Magnetfeld mit einer bestimmte Frequenz aus. Nur wenn die Empfängerspule die gleiche Frequenz hat, wird Energie übertragen. Dieses Prinzip wird gekoppelte Resonanz genannt. Aus dem magnetischen Feld wird dann in der Empfängerspule wieder ein elektrisches und der Strom kann somit fließen. Soljacic erklärt das Prinzip an einem Raum voller Weingläser, die unterschiedlich hoch gefüllt sind: „Wenn jetzt eine Opernsängerin einen Ton singt, reagiert nur ein einziges Glas – das mit der gleichen Frequenz.“

Ein Problem mit dieser Methode gibt es aber noch: Beträgt der Abstand zwischen Sender und Empfänger mehr als zwei Meter, so erreicht das Gerät nur weniger als die Hälfte der Energie, eine Verschendung also. Ist das Gerät jedoch nur einen Meter entfernt, so können bis zu 90 Prozent der Energie übertragen werden.

Diese Technik wird man wohl nicht überall einsetzten können und die Frage ist, ob es sinn macht, das Stromkabel zum Fernseher durch Soljacics Erfindung zu ersetzen. Dennoch wird es meiner Meinung nach Verwendung finden, zum Beispiel in Flugzeugen oder bei der Raumfahrt. Dort würde eine Verringerung der Masse große Kostenersparnisse bedeuten.

(Mark)

Quelle: Strom ohne Kabel übertragen