Stuttgart 21: Das sind die Risiken

Am 20.11.2010 übertrug der SWR die 6.Schlichtungsrunde um das Projekt Stuttgart 21. In dieser Schlichtungsrunde ging es um das Risiko der Geologie, speziell um Quellungen im Tunnelbau. In seinem Votrag über entstehende Quellungen im Tunnelbau erklärte Dr. Jakob Sierig, Geschäftsführer Geothermiekontor GmbH, dass es speziell in diesem Projekt zu erhöhten Risiken in Bezugt auf Quellungen kommen kann, da sich der Tunnel durch einen sogenannten Gipskeuper zieht, der vermehrt Wasser führt.

Um dies zu verdeutlichen beruf er sich auf schematische und auf Zeichnungen aus der Planung dieses Projektes. Er erklärte ebenfalls, dass es aufgrund der Bauweise und der zu verwendenden Materialien zu einem erhöhten Risiko für die Infrastruktur Stuttgarts kommen kann. Jahrelange Sanierungen oder komplette Stilllegungen können die Folge auf ein nicht richtig geplantes Projekt sein.

Doktor Sierig verdeutlichte in seinem Vortrag einzig und allein, dass es nicht 100 prozentig auszuschließen ist, dass Quellungen auch in diesem Projekt vorkommen können. Dabei stellte er einen Vergleich mit dem Adlertunnel in der Schweiz dar, bei dem erst nach zehn Jahren Quellungen im Gestein zu erkennen waren. Er kritisierte auch, dass die Bauweise nicht richtig erprobt wurde und das dadurch ein noch viel höheres Risiko enstehen würde.

Dem Vortrag setzte Gutachter und Ingenieur Prof. Dr. Walter Wittke einige handfeste Argumente entgegen. Er beruf sich auf nicht korrekte Zeichnungen von Doktor Sierig und stellte ebenfalls klar, dass einige Aussagen schlicht und ergreifend falsch gewesen sind. Zum Beispiel beruf sich Doktor Sierig in seinem Votrag auf Vollbohrungen, was in Wirklichkeit jedoch nicht wahr ist.

Es wurden zwar Bohrungen durchgeführt, jedoch als Kernbohrungen, die wesentlich schonender für das Gestein sind und das Risiko der Quellungen im Tunnel minimieren. Auch einige Zeichnungen wurden nicht mit der nötigen Sorgfalt erstellt. So waren auch hier einige Maße viel zu klein eingetragen.

Prof. Dr. Walter Wittke stellte auch klar, dass bei dem Bau des Projektes durch das sechs Augen Prinzip Risiken frühzeitig erkannt werden und behoben werden würden. Somit erklärte er, dass die angepriesenen Risiken keine wirklichen Risiken sein. Es wird beim Bau alles daran gelegt, dass das Projekt Stuttgart 21 eine Bereicherung für die Infrastruktur Stuttgarts wird und kein Fluch.

von Meik Struve