Taliban: Die getöteten deutschen Ärzte in Afghanistan waren gewarnt

Taliban: Die getöteten deutschen Ärzte in Afghanistan waren gewarntMehrere von den Taliban hingerichtete deutsche Ärzte wurden nach Angaben der afghanischen Polizei im Grenzgebiet zu Pakistan gefunden. Unter den Ermordeten Mitarbeitern einer Hilfsorganisation befinden sich noch weitere Opfer aus anderen Nationen, darunter ein Brite, zwei Amerikaner und mehrere Einheimische.

Über die Zahlen der Opfer und deren Nationalität und Herkunft schwanken die Angaben in der internationalen Presse, doch von 10 Toten muss ausgegangen werden. Ein Afghane hat dabei das Massaker überlebt.

Die ermordete Truppe bestand zum Teil aus Augenärzten der Hilfsorganisation International Assistance Mission (IAM). Angeblich soll der Überfall schon vor zwei Wochen stattgefunden haben, doch wurden die Leichen wegen der abgelegenen Lage des Ortes erst jetzt entdeckt. Unter den Opfern befinden sich auch drei Frauen.

Die aufständigen Taliban, die sich kurz nach der Entdeckung der Leichen zu dem Mord bekannt haben, verwiesen in einer Erklärung darauf, dass die christlichen Missionare Geheimdienstinformationen in der Region von Nuristan  gesammelt hätten. Entsprechende Dokumente wurden bei den Getöteten gefunden.

Die Missionare wurden angegriffen, als sie aus der Region Nuristan zurückgekehrt waren und dort in einem bewaldeten Gebiet mit dem Namen Sharone eine mehrtägige Rast eingelegt hatten.

Der überlebende Afghane berichtet, dass die Gruppe von den Einheimischen über die gefährliche Situation in der Gegend aufgeklärt war. Ferner erklärt der Mann, dass die Mitarbeiter von IAM in einer Reihen aufgestellt wurden, bevor sie mit russischen Sturmgewehren vom Typ AK-47 niedergemäht wurden.

Quelle: sueddeutsche.de

von Martin Richard Schmitt