“Tatort Internet” in RTL2: Warum genieβen Pädophile den Schutz der Presse?

A second grade high school student checks his brand new XO low-cost laptop computer at a public high school in Casabo, a poor neighbourhood in the outskirts of Montevideo October 6, 2010. The Uruguayan government started today a program to provide XO laptops for high school students after providing elementary public school children with similar laptops.  REUTERS/Andres Stapff  (URUGUAY - Tags: BUSINESS EDUCATION SCI TECH)Das Engagement und die virtuelle Jagd der Ministergattin Stephanie zu Guttenberg und des Privatsenders RTL2 auf Pädophile wird zu einer Jagd auf sie selbst. Demnach erhält Frau Guttenberg und Mitarbeiter von “Save me online“ – einer Selbsthilfeorganisation – schon  Drohbriefe und werden wüst beschimpft. Die Sextäter hingegen werden von der Presse und diversen Rechtsexperten und Politikern unverständlicherweise in Schutz genommen.

Enttarnte Pädophile dürfen weiter unterrichten

Manche der enttarnten Täter dürfen sogar weiter an Schulen unterrichten. Dabei wurden sie dabei ertappt, wie sie in die ausgelegten Fallen der virtuellen Jäger tappten. Wie die “Bild” heute berichtet, wird diese Jagd auf die Kinderschänder von Rechtsexperten als Manipulation angeprangert, die gegen journalistische Pflichten verstoβen.

Der Bund deutscher Kriminalbeamter findet “Tatort Internet” gut

Der Bund deutscher Kriminalbeamter (BDK) in sieht das jedoch anders und heiβt die “Tatort Internet” gut. BDK-Chef Klaus Jansen äuβerte sich in der„Neuen Osnabrücker Zeitung” folgendermaβen: „Ich finde es ohne Abstriche gut, dass der Sender sich gemeinsam mit Stephanie zu Guttenberg des drängenden Problems der Kinderpornografie im Netz annimmt.” Beschämend sei dagegen, dass ARD und ZDF „ihren Bildungsauftrag ausgerechnet beim Thema Kinderpornographie und Gefahren im Internet vernachlässigen”.

Und wie es scheint, sind es nicht nur die etablierten Fernsehanstalten, die sich dem Thema verweigern, sondern auch die renommierte Presse, die blind an den Tatsachen vorbeisieht. Keine der bekannte groβen Zeitungen hat sich bislang intensiv mit dem Thema beschäftigt. Diesen scheint die Story entweder zu heiβ oder nicht heiβ genug. Tatsache ist, dass trotz aller Enttarnungen – egal ob juristisch einwandfrei geschehen oder nicht – viele der potentiellen Täter weiter mit Kindern Umgang haben und sogar unterrichten können. Ein denkbar unhaltbarer Zustand.

Quelle: Bild

von Martin Richard Schmitt