Top-Kill: Horrorfotos aus Louisiana – Tod im Öl

A dead Northern Gannet covered in oil lies along Grand Isle Beach in Grand IsleGOLF VON MEXIKO – Seit dem Untergang des Öltankers Exxon Valdez 1989 vor Alaska, der eine der größten Umweltkatastrophen der Seefahrt auslöste, sind solche Bilder nur noch selten zu sehen gewesen gewesen. Der Ölmulti BP kämpft unterdessen mit allen Mitteln gegen das sich immer weiter in den Golf von Mexiko ergieβende Öl an. Mehrfach schon sind oberflächlich geplante Operationen, die den Austritt des Öl´s stoppen sollten, kläglich gescheitert, und die Verantwortlichen müssen nahezu täglich die austretenden Ölmengen nach oben korrigieren. Derweil breitet sich der Ölteppich im weiter vor der Küste von Louisiana aus und droht sogar in den Atlantik bis nach Florida und Kuba zu treiben. Mit dem Einsetzen der Hurrikansaison am 1. Juni kann es ferner dazu führen, dass das Öl weit in die Mündungen der Flüsse und besonders in das Mississippi-Delta hineingetrieben wird.

Gefährdetes Mississippi-Delta
Gerade das Mündungsdelta des Mississippi ist eines der fragilsten Ökosysteme unserer Erde. Millionen und Abermillionen Tiere haben hier ihren angestammten Lebensraum, der nun scheinbar dem Untergang geweiht ist. Die Tierwelt ist zu Lande, zu Wasser und in der Luft bedroht. Fünf von sieben Meeresschildkrötenarten der Welt leben in der Region. Sie migrieren im Golf von Mexiko und legen an den Stränden ihre Eier ab. Die empfindlichen Meeressäuger, darunter Wale und Delfine, nebst vielen anderen Fischarten, sind ebenfalls durch die Ölpest bedroht. Die gesamte Nahrungskette scheint in Gefahr, denn hier bevölkern Myriaden von Garnelen und anderer Kleinstlebewesen die Gewässer.

Bedrohte Vogelwelt
Ganz schlimm sieht es für die Vögel und die Landlebewesen aus. Verschiedene Reiherarten, Watvögel, Pelikane und Löffel sehen sich neben Nerzen und Fischottern der klebrig, braunen Masse ausgesetzt. Der Kontakt mit dem Öl verklebt das Gefieder und das Fell und führt zu Verätzungen. Gelangt das Öl in den Magen der Tieres, so drohen laut Wissenschaftlern innere Blutungen, Anämie und der Tot.

Der Fotograph Charlie Riedel war den bedrohten Tieren auf der Spur und hat auf East Grand Terre Island vor Louisiana das ganze Elend der Tiere mit ein paar dramatischen Fotos eingefangen.
Fotos in „Boston.com„: The Big Picture

von Martin Richard Schmitt