Top Kill: So werden die ölverschmutzten Pelikane gereinigt

Schockierende Videos: So werden die ölverschmutzten Pelikane gereinigt

Zu Hunderten und gar Tausenden treiben die Pelikane völlig mit einer zähen Ölschicht bedeckt in den Gewässern und an den Stränden im amerikanischen Bundesstaat von Louisiana. Nach dem Untergang der Bohrinsel “Deepwater Horizon” am 20. April diesen Jahres, der 11 Menschenleben forderte und eine der gröβten von Menschen verursachte Naturkatastrophe auslöste, treibt der Ölteppich ungehindert in die fragilen Bioreservate um das Mississippi-Delta.

Kein Lebewesen in der Region bleibt von der Ölpest verschont. Die meisten Dramen, die sich unter und über Wasser abspielen, bleiben dem Beobachter jedoch verborgen. Aufmerksamkeit erregen hingegen die Pelikane. Die groβen Vögel, die bis zu knapp 2 Meter Körperlänge erreichen können und bis zu 13 Kilo schwer werden, wobei ihre Spannweite über 3 Meter erreicht, stehen als Symbol für die leidende Tierwelt in Louisiana.

Da ihre Nahrung fast ausschlieβlich aus Fischen besteht, müssen sie sich zur Jagd hinaus auf das Meer begeben. Dort jedoch erwartet sie jedoch nicht mehr der einzigartige Fischreichtum im Golf von Mexiko, sondern nur noch eine schmierige, klebrige Masse, in die sie sich nichtsahnend hineinstürzen. Völlig mit einer Ölschicht bedeckt gibt es dann kein Ent-und Fortkommen mehr für die Vögel. So treiben sie hilflos auf dem Ölteppich bis sie entweder an dem verschluckten Öl verenden oder von Helfern verschiedener Tierschutzorganisationen aufgefischt werden.

Video: Pelikane in der Reinigung

Die bringen die Tiere dann zu einer Komplettreinigung in Auffangstationen. Mit Pflanzenöl und Putzmitteln werden die Tiere dann mehrfach geschrubbt, um auch den letzten Tropfen Öl auf dem Gefieder zu entfernen. Zahnbürsten sollen die Augen schützen und das Gefieder wieder weich und geschmeidig machen. Wie das geschieht zeigen zwei Videos in allen Schritten. Alles in allem eine nicht gerade angenehme Prozedur, die die Tiere über sich ergehen lassen müssen.

von Martin Richard Schmitt