Umweltkatastrophe um die gesunkene Ölplattform schlimmer als erwartet

Umweltkatastrophe um die gesunkene Ölplattform schlimmer als erwartet

Umweltkatastrophe schlimmer als erwartet

Viel mehr Öl als angenommen ergieβt sich täglich in den Golf von Mexiko und bedroht Mensch und Tier. Seit einer Explosion auf der Bohrinsel Deepwater Horizon am 20. April, bei der 11 Arbeiter vermutlich ums Leben kamen, laufen täglich 5 000 Barrel Schweröl in den Ozean. Das ist  fünfmal mehr als bei den ersten Kalkulationen direkt nach der Explosion angenommen wurde.

Neu entdeckte Lecks aus denen das Öl ungehindert austritt wurden erst kürzlich ausgemacht. Die Küstenwache des amerikanischen Bundesstaates Louisiana hat höchste Alarmstufe ausgerufen. Besonders das fragile Ökosystem um das Mississippi-Delta und um die Sumpfgebiete an der Küste sind von dem näherrückenden Ölteppich bedroht.

Die allerneusten Zahlen über das Ausmass der Umweltkatastrophe gehen auf die Berechnungen der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) zurück. Die Verantwortlichen und Betreiber der gesunkenen Ölplattform von BP PLC zweifeln jedoch die neusten Zahlen an. Sie glauben nicht daran, dass durch das neu entdeckte Leck die ursprünglich kalkulierten Mengen an auslaufendem Öl übertroffen werden. In den ersten Tagen nach der Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ berechneten die Autoritäten die austretende Ölmasse auf etwa 1 000 Barrel pro Tag ( 1 Barrel entspricht ca 160 Liter).

Das neue Leck wurde kurz nach dem Versuch entdeckt den 80 mal 130 Kilometer großen Ölteppich – das ist die fast die doppelte Fläche von Berlin – am Mittwoch Nachmittag in Brand zu setzen, um so auf diese Art ein weiteres Vordringen des riesigen Ölteppichs in Richtung Küste zu verhindern. Zuerst sollten dabei die dicken, fast teerähnlichen Ölmassen an der Meeresoberfläche mit Umrandungen eingesperrt und umgrenzt und danach angezündet werden. Die ersten Versuche den Ölteppich abzufacken verliefen nach Aussagen von Experten erfolgreich. Mit dem Einbruch der Nacht wurde das Unterfangen jedoch gestoppt. In einer Pressekonferenz wurden keine neuen Versuche dieser Art bisher angekündigt.

Das United States Secretary of Homeland Security teilte Präsident Barak Obama die neusten Informationen über das Ausmass der Umweltkatastrophe mit. Mit weiteren Hilfen aus Washington im Kampf gegen den Ölteppich kann gerechnet werden. Bisher liegt die Ursache warum es zu der Explosion auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ kam immer noch im Dunkeln.

von Martin Richard Schmitt