USA: Korruptionsverfahren gegen Daimler eingestellt

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Der deutsche Automobilkonzern Daimler ist in den USA scheinbar mit einem blauen Auge aus der Schmiergeldaffäre davongekommen. Nach offiziellen Informationen aus den USA hat ein amerikanisches Gericht in der Hauptstadt Washington einem Vergleich zugebilligt, den der Autokonzern jedoch 185 Millionen US-Dollar (umgerechnet 136 Millionen Euro) kosten wird. Zahlbar ist die Summe an die Börsenaufsicht SEC, da Daimler an der Now Yorker Börse notiert ist und an das amerikanische Justizministerium. Der Fall Daimler machte schon seit etwa fünf Jahren weltweit Schlagzeilen. Die Schwaben sollen sich angeblich durch die Zahlung von Bestechungsgeldern in Millionenhöhe (man spricht von 56 Millionen Dollar) an Amtsträger Aufträge in hohen Summen gesichert haben. Seit Jahren waren die US-Behörden Daimler und zwei seiner Tochterfirmen auf der Spur. Das Verfahren gegen die beiden Tochterfirmen wird mit der Vergleichszahlung eingestellt.

Nach Berichten hat Daimler in mindestens 22 Ländern zwischen den Jahren 1998 und 2008 Beamte in aller Welt bestochen, darunter in den Ländern Griechenland, Kroatien, Ungarn, Serbien, Türkei, China Russland aber auch in Ländern im Nahen Osten, Asien und Afrika. Nicht immer wurde mit Geld bestochen, in Turkmenistan z. B. erhielten hohe Funktionäre dicke Mercedes-Wagen aus der S-Klasse. Bei anderen Deals waren es sogar gepanzerte Spezialanfertigungen. Über 91 Millionen US-Dollar soll sich der Konzern so durch illegale Mauscheleien erschlichen haben.

Der Fall wurde aufgedeckt als ein Mitarbeiter des damaligenKonzerns Daimler-Chryslerauf die Missstände hinwies. Wie in den Medien zu erfahren ist, ist Bestechung bei Mercedes gang und gäbe und damit ist Daimler ja nicht das einzige deutsche Unternehmen, das in den vergangenen Jahren  auf die Nase gefallen ist. Der Fall Siemens hatte zwar andere Dimensionen, ging aber ebenfalls schlecht für die Bayern aus.

Die deutsche Justiz war wenig an dem Bestechungsfall von Daimler interessiert, der Vorstandvositzende von Daimler Dieter Zetsche hingegen schon. Er hat mehrere Dutzend Mitarbieter aus den oberen Etagen gefeuert und einen Antikorruptionsbeauftragten für sein Unternehmen eingesetzt. In den USA jedoch wird Daimler bei seinen Geschäften in den kommenden Jahren unter einer scharfen Beobachtung seitens der Regierungsbehörden stehen.

Quelle: Merkur Online

von Martin Richard Schmitt